Gastrokritik

Seit Corona kann man nirgends mehr Dozentin essen , die Kirche std Jakob hat am Eingang 3 kleine Tische für Gäste / Besucher .

Ich fragte schon beim ersten Mal ob ich schnell mein Sandwich sitzend und in der Wärme essen darf . Die Kirchenaufsicht lächelte mir zu und sagte selbstverständlich dürfen sie das ! Ich fühlte mich geborgen und willkommen im Göttes Haus – endlich ein warmer Platz wo ich mein Sandwich geniessen kann . Ich blieb jedesmal Maximum 10 min ich ads und ging ! Es war nicht täglich nur ab und zu ! dann wenn ich nicht zu Hause war und geschäftlich unterwegs war !

Ausserdem hatte ich den Platz immer sauber hinterlassen. Da kam mir eines Tages als ich wider reinging zum essen eine andere Kirchen Aufsicht und bedrohte mich wie eine Furie ?! Sie schrie mich an zeigte mir den Zeigefinger im Gesicht , während ich am essen war so gestört werden und auf solch eine aggressive Art ist daneben ! Ich fühlte mich massiv bedroht und sagte ich werde das melden ! Die alte Dame ca 76 Jahre alt änderte ihr Verhalten schlagartig und verschwand hinter der Türe.

Sie drängte mich in die Ecke sagte es stinkt die ganze Kirche dabei war es mir Salat damals! Es wundert mich dass so frustrierte und assoziale Menschen for die Kirche arbeiten ohne Verständnis und Nächstenliebe ?
Die war wirklich für die Klinik. Danach meldete ich mich bei ihre Chefin die Monika , Monika entschuldigte sich und sagte die Tische sind da zum essen und zum ausruhen für alle gedacht. Ich sagte der Chefin Monika noch , ich hätte genug Kirchensteuer bezahlt all die Jahre und das man in einer Kirche so behandelt und bedroht wird sei eine Schande !

Monika versicherte mir, dass sowas nie mehr vorkommt ,

Diese Alte Frau wurde danach entlassen, da sie mit Menschen nicht normal umgehen konnte und zu aggressiv war.

Ich besuchte die Kirche weiterhin und ass mein essen , da ich dachte es sei erledigt.

Da schaute mich ein ältere Herr von ganz hinten giftig an , ich dachte dem wird das wohl auch nicht passen , ich war knapp 3 min drin und hatte nur ein pouletschenkek in der Hand , dass roh überhaupt nicht stark .

Dann kann er ebenfalls agressiv zu mir und stützte seine Hände auf dem Tisch wo ich ass , schaute mich agressiv an vergriff sich im Ton und sagte packen sie ihres Zeug und gegen sie draussen essen ich will Sie hier nie mehr sehen ! Dann behauptete er die ganze Kirche Right nach dem pouletschenkel, dabei stimmte das gar nicht ! Er war primitiv , aggressiv , ich soll verschwinden wiederholte er 4 mal bis ich aufstand und ging er machte Druck .
Ich war perplex und dachte , dass darf nicht wahr sein , schon wieder und die selbe bösartige aggressive unmenschliche Art wie die alte Dame von damals ! Ich merkte der Mann wollte Frust abladen ! Warum stellt die Kirche solche unfähige grobe unmenschliche Leute ein ? Die werden mit unserem Geld bezahlt ! Ich sagte ihn das er unmenschlich und das ich es melden werde, da mir Monika sagte ich darf hier essen , er sagte dass sagen habe er und niemand anderes in der Kirche er gab mir seine Visiten Karte da stand – Sigrist .

Rezension freundlich zur Verfügung gestellt von Restaurantkritikerin Trulla Vicky.

Feste Lockerung

(pic: mobilalexa, flair: berggeist)

Nachdem das Pfingstwunder wie erwartet glatt zu ersaufen drohte, es gar stürmte und tat, als stünde der Untergang an, derweil die Klimajugend tapfer der Sintflut trotzte und dem Friday for future eifrig huldigte, die Stadtpolizei Zürich bestimmt aber freundlich blieb und es dennoch einfach weiter schiffte, als gäbe es kein Morgen, es dann sogar schneite und mächtige Lawinen donnernd talwärts krachten, genau dann kam die Sonne seufzend über die Täler und Wiesen, stieg höher und beschien Hügel und Berge und selbst die frisch bemehlten Hochgebirgsketten begannen im Strahlenmeer wundersam zu leuchten mit all den gehärteten Seelen, die grad noch im Gestern und doch schon von heute sind – einzig einig mit dem Motto aus «Letzte Lockerung», wo Walter Serner im Finale weissagt:

Als sehr verwegener Tausend-Rasta sei nicht zu wild und nicht zu wüst. Es kommt für jeden mal das Basta. Drum achte drauf, daß man dich grüßt.”

Service compris

L´hôtel

Im Hotel de la Poste in Fleurier/NE war der Service immer zielgerichtet und das Wohl des Gastes stand unbedingt im Mittelpunkt. Der vorsichtig geäusserte Wunsch nach einer Flasche Absinthe gipfelte in einem Schmuggel vom Elektroladen vis-à-vis und das kostbare Gut wurde mit einem Obolus versehen dramaturgisch geschickt weitergereicht. Der Aufschlag auf den Preis war das Vorgauckeln der jahrelangen Prohibition wegen Abenteuerromantik allemal wert. Die weichen Betten waren adrett gedeckt und das Frühstück immer gleich. Befand man sich in der Aussengastronomie, konnte der Apéritiv bequem per Klingel geordert werden – service complet – falls sich der Tisch an einer der noch funktionstüchtigen Tasten befand.

Den sprachlosen Hasardeuren war dies umso genehmer je mehr Apéro. Zumal die Rechnung eh aufs Zimmer ging, welches praktischerweise auch den Digestif bevorratete. Dass sich die Etage mangels Sterne in Nasszelle nebst Toilette verschlankte störte kaum, da die wankenden Wege zunehmend federten.

One small step for man, one giant leap for fanboys.

L´eye-liner

Madame erinnerte mit ihrem stolzen Silberhaar nebst Kajal – beides mit dem stets schwarzen Oberteil harmonisch korrespondierend – immer ein wenig an die späte Simone Signoret und besass die sicher nötige Ausstrahlung am Tresen. Frühstück wurde meist zum Spätstück, dann wenn die Lobby sich bereits zum ersten Schluck füllte, fast als hätte sich der halbe Ort verabredet, um die Absinthe-Tester beim Hangovern zu begutachten. Vermutlich hatten die orangenen Rentnerjacken eine gewisse Signalwirkung bei den Einheimischen im beschaulichen Städtchen gleich unterhalb des liegen gebliebenen Chapeau de Napoléon.

Leider aber hatten die Nachfahren von Madame eher wenig Interesse an Heimatpflege und das Gasthaus zur Post ist nur mehr Geschichte. Eine spannende Geschichte wäre bestimmt auch, warum sich zumindest ein Teil der Erben vom Val-des-Travers gerade nach Mexiko aufmachte, anstatt das traditionelle Parfait weiter zu perfektionieren.

La mort et cetera

Dass Madame Yolande anscheinend noch vor ihrem André das Quertal verliess überrascht schon etwas, war sie es doch, die den Chef de Cuisine sorgevoll als kränkelnd beschrieb und dabei selbst den weitaus rustikaleren Eindruck machte. Beiden noch ein Merci beaucoup! für die gepflegte Gastlichkeit im Herzen Fleuriers.

Zu allem Unglück fällt auch die diesjährige Ausgabe der Fête de l’Absinthe im Nachbarort wiederholt aus, dafür zelebriert jedoch die um ein Jahr verschobene Kunst an der frischen Luft mitsamt günstiger Gelegenheit von Degustation und Reminiszenz.

Möge der kleine und der grosse Absinthe immer mit uns sein!

Prophezeiung

Pfingstwunder fällt aus, Regen bodigt züngelnde Flämmchen:

Aber drüben, gleich hinter dem Hügel in der grossen, grossen Stadt dürfen sie – frisch getestet und korrekt platziert – wieder auf der Gasse saufen bis elf in der Nacht und lodern werden die Feuerzungen der Erkenntnis, dass Alkohol nämlich keine Lösung nicht ist.

Delikat Essen CXI

Surplus, das

Nach der Theorie des Historischen Materialismus wird unter Surplus verstanden, wenn mehr Wert erwirtschaftet wird als für den eigenen Gebrauch und Erhaltung der Arbeitskraft notwendig ist. Dieser zunächst rein bäuerliche Überschuss ist bei dem Übergang zur sesshaften Agrargesellschaft die unbedingte Voraussetzung, damit sich Spezialisierung und Trennung der gesellschaftlichen Tätigkeiten in einer Niederlassung entwickeln können.

Handwerk und Handel, Kunst und Kultur sowie politische und militärische Tätigkeiten bilden sich so erst heraus und erzeugen ein völlig neues gesellschaftliches Machtgefüge, wobei schon nach wenigen Permutationen nicht mehr klar zu erkennen ist, wer welchen und wie viel Wert für den gesellschaftlichen Reichtum schafft und dieser in der Folge schlicht einfacher zu privatisieren ist – sei es durch rohe Gewalt oder politisch bzw. ideologisch motivierte Manipulation.

Hat eine Bank den sublimierten Wert in Geldform alchemistisch gespeichert, gibt sie diesen so leicht nicht mehr her, da sie damit noch mehr Wert schöpfen kann. Die fratzenhafte Überzeichnung der gesellschaftlichen Akteure lässt die beschriebene Transformation als gespenstisches Schattenspiel erscheinen, wo eigenes Handeln und Tun kaum mehr eindeutig als Ursache und Wirkung zu Tage tritt.

Vodookapitalismus

Der Fetischcharakter von Waren führt über den Fetisch Geld schliesslich zur Fetischierung von gesellschaftlicher Macht. Ohne es wirklich zu bemerken verfängt und verheddert sich der Mensch in der kapitalistischen Produktionsweise permanent und unaufhörlich wie in einem Spinnennetz. Im Fortgang wird durch die Abstraktion von Macht und Einfluss die physikalisch teilbare Welt nicht mehr als ein Ganzes gesehen, was negative Auswirkungen bis hin zur Selbstzerstörung hat. Die Aufforderung der Schöpfungsgeschichte wird somit pervertiert: der Mensch macht den Menschen selbst untertänig, gebiert alsbald das gefrässige Untier Kapital und lässt dieses schliesslich seinen eigenen Garten Eden erbarmungslos ausbeuten.

Gut, wenn man das Plus im Herzen trägt und das Bewusstsein das Sein bestimmt.

Impfkirche

«Wir wussten, dass wir irgendwann Impfstoffe bekommen aber in unseren Praxis-Räumlichkeiten nicht genügend Platz für die Impfaktion wäre. Nach unserer Anfrage bei der Kirchgemeinde und einer Besichtigung der Räume mit dem hilfsbereiten Sigristen fiel schnell der Entscheid, dass sich die vis-à-vis gelegene Kirche optimal für diesen Zweck eignen würde» erklärt Dr. med. Jürg Leuthard von der Medix Notfallpraxis.

Die Citykirche Offener St. Jakob hat eine lange Tradition der teilweise unkonventionellen Kirchen-Nutzung. «Für uns am Standort war natürlich klar, dass wir hier natürlich die Hand reichen und die Räumlichkeiten für diesen Zweck zur Verfügung stellen werden» erläutert Chef-Sigrist Andreas Peter. Die Tradition vom ehedem knapp ausserhalb der Stadt gelegenen Seuchenhauses zu St. Jakob würde so zudem schlüssig fortgeführt. Die gut 300 Impftermine am ersten Tag waren rasch ausgebucht und die Premiere an der ungewöhnlichen Impfstätte ging fast reibungslos über die Bühne, wäre nicht kurz vor Schichtende überflüssigerweise Trulla-Alarm ausgelöst worden.

Es bleibt dennoch der faszinierte Eindruck einer speziellen Aura der Dankbarkeit von den Corona-müden Impflingen haften, welche deutlich wahrnehmbar im Kirchenraum waberte. Vielleicht Heiliger Geist, zumindest auch Vorgeschmack auf Weihrauch 3.0.

(Interviews & Text: Andrea Bauhof)

Jakobsleiter

Nachdem die Resultate der repetitiven Testreihe bei einem Zwischenstand von 10-0 für den Hobbytester gegen das Virus eine deutliche Sprache sprechen, startet als nächste Offensive das lange geplante Impfcenter. Eine weitere Chance zur Immunisierung, zumal in der digitalen Warteschlange auf Vacme innert Minuten alle 54.000 Mai-Termine im Kanton Zürich schnell geklickt waren. Der Umschlag von Quantität in Qualität ist in der reichen Welt bereits erkennbar und sollte rasch erfolgen, will man mutierte Varianten einigermassen im Zaume halten. Hase-Igel nur Hilfsausdruck. Und der olle Jakob freut sich bestimmt angesichts der Karriere vom Siechenhaus zur Impfstation, die uns den Himmel auf Erden wieder etwas näher bringen sollte…

Zügelblitz

Vom Familienbiotyp der Zwergensiedlung ins babylonische Exil

Die Gentrifizierung schreitet auch in der Wohngenossenschaft munter voran und der Hobbyschweizer wurde downgeradet. Halbe Familie, halbes Umfeld. Immerhin einen Raucherbalkon kann er als aktiver Nichtraucher nach Gusto bespielen und die Aussicht auf das Bettenhaus vom Triemli-Spital ist grandios. Auch die Flugkünste der Rettungshelikopter könnte er bewundern, würde er mitts zur Nacht sich von seinem Diwan erheben, um die Flugkurven bis zur Landung zu studieren. Ja – Landeplatz fast vor Nase.

Passende Handkarre zum sozialen Abstieg.

Leider steht ein fieser Nadelbaum direkt im Sichtfeld zum Refugium von Waliser Gastroschlawiner Guisep Fry aka Top of Zurich noch besser bekannt als Uetliberg und daher sind Beobachtungen alpiner Kletterkunst künftig leider erschwert. Aber Klettern momentan ohnehin nicht drin: nach dem Ortswechsel Körper deutlich spürbar, Seele flatternd und Geist (noch) am umherziehen. Next stop Dreieinigkeit.

Legendenbildung


pic: mobilalexa, flair: siebesiech

Verblüffung beim Zwischenhalt

Die Hohle Gasse wurde erst 1934 (neu) angelegt: historisch angelehnt und recht holpriger Pflasterweg, moosige Begrenzungssteine, Tunnel-artig bewachsen. Führt zu einer Kapelle. Diese wurde an jener Stelle errichtet, wo der Freiheitskämpfer den Landvogt heimtückisch ermordet haben soll. Moderne Fünfsprachige Schaufensterinstallation, Geschichte wird auf Knopfdruck erzählt. Auch dass Schiller nie die Schweiz besuchte. Doch mit welch Geschick die Eidgenossen seit über 700 Jahren den Original-Apfel quasi lebensecht konservieren ist fürwahr erstaunlich – da könnte manch Titanen-Mausoleum noch von lernen.

Testfieber

Asymptomatische Weiterverbreitung aufspüren und stoppen ist Sinn jeder Teststrategie in der laufenden Pandemie. Das trickreiche Virus camoufliert permanent und sorgt so für viel zu viel trügerische Sicherheit, da könnte der Gedanke clever-by-design schon mal aufkommen. Stören etwa Antikörper die Rezeptorbindung der Invasoren, kann dies in der Folge zu stärkeren Bindungsanstrengungen des Virus führen, Stichwort Immunescape.

Vor dem Lockdown ist nach der Lockerung und umgekehrt. In der Schweiz stehen jetzt allen Krankenversicherten fünf Schnelltests pro Monat gratis zur Verfügung und ab sofort wird autonom getestet. Den Basler Pharmagiganten Roche wird es freuen und der ist nach 9 Mio. ausgelieferten Tests bereits ausverkauft. Selbstversuch macht also klug – ob jedoch ohne integriertem Lügendetektor positive Resultate allseits gemeldet werden und Quarantäne freiwillig angetreten wird, bleibt leider fraglich.

Abgestrichen, gelöst, pipettiert und abgelesen.
Ein Strich gut, zwei Striche böse.

Die scheinbare Umkehrung der Beweispflicht mag etwas irritieren und zudem ist Vertrauen gut, Kontrolle meist besser. Also wird der Selbsttest vom Hobbytestjunkie im Testcenter professionell verifiziert und das in neuer Rekordzeit von ganzen 37 Minuten von Erscheinen, Entnahme bis Resultat. Geht doch.

Testcentertest

A-Note

Zentral gelegen, unweit Arbeitsstelle, viel Veloparkraum. Grosszügiger Zeltbau fungiert als Schleuse. Vorne rein, hinten raus. Empfang freundlich, Wartezeit trotz Termins zu lang.

 

 

 

 

B-Note

Personal professionelles Outfit plus Handling. Ganze Prozedur bis zur Verkündigung satte sechs Stunden – ein Schnelltest geht schneller. Spontane EDV-Havarie berücksichtigt, Hilfspunkt für vorösterlichen Besucherandrang. Ergebnis wie gehabt.

The final Lockdown

Obschon die Schweiz sich gerne als Insel der Glückseligkeit betrachtet, vermochte nicht mal ein Parlamentsentscheid der Pandemie den Garaus machen. Die vermeintliche Corona-Diktatur wird weiter angeprangert werden, wobei sich die immer bauernschlaue SVP besonders hervortut. Deren erbberechtigte und milliardenschwere Englischlehrerin Martulla-Blocher fragt derweil bei Diktator Bundesrat für Gesundheit Alain Berset unverfroren nach eventueller Sonderbehandlung ihrer Aussendienstler nach.

Kurvenlage

Was die Daten-Modellierer mit ihren inzidenzbasierten Kurven seit einem Jahr beständig menetekeln traf wiederum ein, nun also eine weitere Welle dank Teilöffnung mit Mutation und zu wenig Serum. Verlässliche Aussagen sind von Politikern kaum zu erwarten, dass aber auch die Wissenschaft beständig irrt, lernt und neu definiert ist schwer vermittelbar. Dabei entwickeln sich biologische Prozesse naturgemäss willkürlich, spontan und eben nicht geradlinig, muss wissenschaftlich basierte Forschung ähnlich flexibel reagieren wie eine Fluchtmutation der aktuellen Viren. Bis Mitte April hier entschieden wird wann es wie weitergeht, wird hobbymässig brav weiter beprobt was Nasen- und Rachenschleimhaut her geben. So bleibt immerhin positiv was negativ ist.