Delikat Essen LXXXVI

30. Juli 2019

Der korrespondierende wahre Alpenmann empfiehlt CO2-Sparbier:


Touchdown

18. Juli 2019

Eine sehr aufwändig komponierte Dokumentation der neuntägigen Apollo 11 Mission zum Mond und zurück in Echtzeit ist dort abrufbar.


Fetisch Kosmos

8. Juli 2019

«Der Weg zu den Sternen» von 1957 ist ein schöner russischer Science Fiction Film von Pawel W. Kluschanzew, welcher zwar etwas langatmig beginnt, sich anschliessend aber rasch durch die Schwerelosigkeit bis zum Mond arbeitet. Anschaulich wird die rasante Entwicklung der Raketentechnik in der UdSSR bis zum Sputnik beschrieben und umwerfend phantasievoll, jedoch immer wissenschaftlich bleibend der kosmische Faden sehenswert weitergesponnen. Heute ulkig wirkende Trickaufnahmen, tolle Outfits und schicke Story. Unbedingt anschauen!


Delikat Essen LXXXV

1. Juli 2019

Die gutmeinenden Warmduscher der Deutsche Bahn stellen für ausfällige Klimaanlagen im Regionalverkehr kistenweise Mineralwasser als Kompensation zur freien Verfügung ihrer hitzegeplagten Fahrgäste. Dass das Wasser im hochtemperierten Zug in den PET-Flaschen ebenfalls fast den Siedepunkt erreicht, scheinen die arglosen Bähnler eher nicht bedacht zu haben. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint…


Avanti l´estate

21. Juni 2019


The female is future

17. Juni 2019

Der Nationale Frauenstreik, rein eventmässig etwas ungeschickt gleich anderntags von der eintönig hedonistischen Tangente Zurich Pride schon rein abfalltechnisch fast torpediert, war schlicht enorm. Massenwirkung durch gute Laune – Frauenpower pur, eine ganz spezielle Energie versetzte die Atmosphäre in Vibration. Fast 200.000 alleine in Züri (quasi die Hälfte der BewohnerInnen), weit über eine Million schweizweit (immerhin ein Achtel) waren auf den Gassen, Strassen und Plätzen und taten kund, was weiter im Argen liegt: unbezahlte Reproduktionsarbeit, schlechter entlohnte soziale Arbeit und patriarchal zementierte Normen. War nicht immer so, wird nicht immer so sein. Männer sterben schliesslich früher (aus). Natürlich war die Eidgenössische Historie des arg verspäteten Frauenstimmrechts (1972!) mitsamt sehr zögerlicher Umsetzung von Gleichstellung ein neuerlicher Auslöser für die grösste politische Kundgebung der vergangenen Jahrzehnte, sicherlich sind die Strukturen in vielen anderen europäischen Ländern (Kriege, Männer, Tod, Frauen erobern Männerberufe) völlig anders. Als outgesourcter Randständiger war die weibliche Flut inspirierend und beängstigend zugleich. Vaginal reduzierte Plakate wechselten mit freizügigen Outfits, eine Demonstrantin trug mutig und stolz nur wenig mehr als ein transparentes Etwas. Die permanente Spiegelung von lüsternem Abschätzen und altherrrenklugem Verständnis für korrekte Anliegen war blamabel. Dass bei Tampons der Staat aber steuerlich profitiert, bleibt jedoch skandalös und findet die väterliche Solidarität unbedingt.

Atmen. Punkt. Schleichberechtigung.


Delikat Essen LXXXIV

16. Juni 2019
Bonuspaket

Punkt. Amen.

13. Juni 2019

Zum nationalen Frauenstreik inklusive Vollgeläut.


Essenz

10. Juni 2019

Keine Strophen, keine Bridges. Nur Refrains.


Heilungsbiotop

1. Juni 2019

Nex Age Spinner Duhm & Lichtenfels fantasieren über freie Liebe.


Vaterstolz #11

30. Mai 2019


Aux Armes EU-SALT

20. Mai 2019

Lieber Schengen als pengen — neues Waffenrecht in CH. Howgh.


Meet Shalva

17. Mai 2019

ESC am Schabbes in Israel — da kräuseln bereits im Vorfeld die Empörungswellen und Frontrunner (West-) Jerusalem wurde auf der Zielgeraden durch das hedonistische Tel Aviv ersetzt. Die Kirmes in Sachen weitgehend talentfreier Zurschaustellung hat heuer noch ein weiteres Opfer gefunden. Aus religiösen Gründen trat die Hausband eines israelischen Behindertenwerks nicht im nationalen Finale an, obwohl es bereits dort beste Siegchancen besass. Die Botschaft ist orthodox, selbst Sabbat-taugliche Mikrophone wurden erörtert, aber die ganze Chose vom Rabbinat letztlich nicht gut geheissen. Die federführende Eurovision bestand auf dem Sonnabend als Tag des Grand Final, fertig. Der Sieg beim ESC wäre nach den ganzen barttragenden Queers und der wiederkäuenden Regenbogenkfolklore einer sichtlich eingeschränkten Combo mit seichtem aber massentauglichem Liedgut nur schwer zu nehmen gewesen, Mitleidsbonus eingerechnet. Jetzt bleiben die australische Diva mit windverwehten überlangen Kleiderfetzen im Dementorenlook auf beweglicher Fiberglasstange, die verwirrend verwegenen Isländer und natürlich der Gewinner aus Aserbaidschan, falls der hüftsteife Kühlschrank mit dem von Roboterlasern holografierten Kunstherz in den gerade noch erträglichen drei Minuten etwas ansehnlicher performt. Allemagne moins de douze points en totale, CH wird locker das dreifache einsacken. Malus < Bonus. France sans chance, bleibt mein ewiger Favorit Srbija. Und hoffentlich sahnt nicht eines dieser unsäglich schmachtenden Duos oder Trios ab, doch beim ESC hat noch immer die momentane Geschmacksverwirrung gewonnen. ESC ist egal.

 

Why this Israeli band of disabled musicians said no to Eurovision


Görligörli

13. Mai 2019

Gepflegter Vollbrass im Herzen Kreuzbergs:

Die Meute stammt aus Hamburg und groovt gern lautstark.


Le doublon: de retour – enfin!

11. Mai 2019

Grasshopper geht – les Grenats venir!

Burgener
Senderos, Geiger, Müller
Dörfel, Favre, Dobrowolski, Fatton
Anderson, Chivers, Pfister


Park Kings

8. Mai 2019
pic by tiger

Nach einem der gelungenen Erstauflage auffallend ähnlich souverän herausgearbeiteten und clever durchorchestrierten Start-Ziel-Sieg bei der Ralley Mon Berlinskaja haben Chefpilot und Hauptsigrist selbst in der abschliessenden Parkplatzlotterie haushoch gewonnen und mussten dabei nicht erst auf günstige Umsetzungen hoffen. Auch ein überraschender Plattfuss direkt nach dem Start konnte das Dreamteam nur kurzzeitig aufhalten. Unplanmässige Streckenänderungen wurden von den zwei Cracks auf dem herausfordernden Parcours routiniert, geschickt und vor allem mit einem Lächeln lässig umschifft.

Selbstverständlich gehörten auch diverse Kulturstätten zum Pflichtprogramm, wovon manch eine noch gar nicht fertiggestellt war, so rasant gingen die beiden in die Steilkurve. Kamerad Rasso musste beispielsweise kaum verrichteter Dinge sein schönes Modell nebst Originalbierkiste schleunigst wieder retournieren, obwohl in seiner Idee extra ein Mast für das Hissen der Zielflagge vorgesehen war. Dem Abendgeläut bei den Prinzessinengärten, geschlagen von der antiken Herzmaschine, wurde jedoch pflichtbewusst und pünktlich gelauscht.

Klick für Film!

Kniffligerweise war bei der diesjährigen Ausgabe im Mittelteil der Strecke als besonderes Hindernis ein geheimer Timetunnel eingebaut, welcher bei korrektem Schwerkraftverhalten der Cockpitbesatzung einen 45er Zeitensprung erlaubte und in einer fast längst vergessenen Welt mündete. Da die Reinigung des Grenzstreifens zum Outer-Rim genossenschaftlich organisiert wurde, war die Rückpassage durch mehrere schwarze Löchrigkeiten quasi ein reines Kinderspiel. Der diesmal aus Mittelamerika stammende und eigens für jenes sowohl spezielle wie traditionell verlustreiche Ausscheidungsrennen fabrizierte Supersprit der beiden Beschleuniger tat ein übriges, um etwaige Verfolger gehörig auf Abstand zu halten. So hatten DJane Betty plus Lehmann leider nur das Nachsehen, trotz gefühlter 78 Umdrehungen. Vielleicht das Alter, vielleicht das lädierte Knie, vielleicht die allgemeine Wetterlage, doch ausser recht zögerlicher und zaghafter Verrenkungen war kaum Bewegung im abgeschlagenen Feld festzustellen. Die beim Saisonhöhepunkt durchaus erlaubten, ja sogar erwünschten, oft durch fernöstliche Substanzen angereicherten Nahrungsergänzung, welche Moral, Stimmung, Glaube, Liebe und Hoffnung positiv beeinflussten, spielten eine nicht unwesentliche Rolle – Ingwer & Meerrettich nur Hilfsausdrücke. Das unwirklich wirkende, jedoch schlicht überragende Abschneiden bei der 2019er Challenge wurde zum krönenden Abschluss mit einem Gala-Dinner inklusive eigens geladener Ehrengäste gebührend gefeiert und der völlig verdient errungene Siegerpokal macht sich bestimmt très chic in der Trophäenvitrine! Schon heute stehen künftigen Titelaspiranten die mehrfachen Titelverteidiger aber so was von direkt vor der Sonne. We will rock you!


Best by test

28. April 2019

U-Bahn Werbung in Berlin:

THC, Cannabioltest

Auf den ersten Blick verwechselt die Charité klar Ursache und Wirkung.


Ablassen

23. April 2019

Sicher zahlen nicht alle Passagiere an Bord einen Extra-Obolus für Klimaschutzprojekte und die Sintflut kommt sowieso nach mir, doch Öko-Ablasshandel ist karmatechnisch prima und gewissensneutral.


Blutsbruder

22. April 2019

Martin Böttcher (1927-2019) performed by TiFiCo


Kitschkrieg

19. April 2019

Für die christliche Bewegung sind Kreuzigung und Auferstehung die Hochzeit des Jahres, noch vor Weihnachten führt Ostern mit 3 zu 2 Feiertagen. Die Dialektik von Sühne und Hoffnung, die sich so vortrefflich ins Unterbewusstsein meisseln lässt und das tragische Drama, in welchem der Held wehrlos und verraten, aber aufrichtig dem Tod entgegen geht, fördern die Legende. Im Drehbuch klare Rollenverteilung: Kaiphas und Pontius P – Jude und Heide als miese Bösewichte, der Todesstrafe fordernde Mob bekommt den Schwarzen Peter. In wohl keiner neuzeitlichen Religion steht der Tod als Opfer so im Zentrum der Verehrung. Kultisch als Erlösung codiert ist er blosse metaphysischen Etappe. Dass einer für alle quasi reinigend stirbt, ist eine ziemlich komplexe und clever durchkombinierte Geschichte.

Kitsch as Kitsch can – fake Heiligenbild:

Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute.

Nun wurde seit jeher die tatsächliche Existenz des annoncierten Messiahs hinterfragt und die Zweifel am Dualismus von Tod und Auferstehung blieb systemisch den Säkularen und Andersgläubigen überlassen. Laut Talmud wird er nur «jener Mann» genannt, sei Sohn einer Hure und wurde als falscher Prophet und Verführer Israels angeklagt und gehängt. Im Koran wird ʿĪsā ibn Maryam als Prophet anerkannt, doch nicht dessen Tod am Kreuz. Wobei die islamische Fraktion der Ahmadiyya sogar behauptet, dass Jesus alias Yuz Asaf nach seiner Wanderung schliesslich in Kaschmir begraben und seine Wiederkunft spirituell in Gestalt ihres Religionsgründers erfolgt sei.

Eine neue Facette offeriert nun Historiker Johannes Fried, indem er wissenschaftlich herzuleiten versucht, dass der komatöse Jeschoa bei der Kreuzigung keineswegs gestorben, sondern mit Hilfe von Nicodemus, Myrrhe und Aloe (John 19) wieder genesen und anschliessend untergetaucht sei. Die bei Kreuzigungen oftmals zum Tode führende Erstickung sei dabei auf Golgatha aufgrund des Lanzenstichs eines römischen Soldaten unbeabsichtigt verhindert worden, da nun Wundflüssigkeit aus dem Thorax entweichen konnte und das Atemorgan wieder den notwendigen Platz erhielt. Die Auferstehung also erklärbar und höchstens ein medizinisches Wunder, Himmelfahrt dann schlicht die Flucht des Wanderpredigers. Frieds Indizienkette ist logisch schlüssig, lässt sich Neutestamentarisch halbwegs begründen, bleibt historisch jedoch unbelegt.

Legendenbildung als Geschäftsidee

Glaube und Wunschdenken gehen einträchtig durchs gelobte Land. Jerusalem-Syndrom nur Hilfsausdruck. Der Bibelkritik und Jesus-Forschung bleibt weiter genug Raum für abenteuerliche Spekulation und Interpretation und diese findet ihren Markt, da Thema und Deutung Nachfrage sowohl bedienen wie schaffen. Religiöse Spinner waren immer, und schon immer finden sie Zulauf. Apokalypse, baby.