Von Pontius zum Pilatus

Der ehrgeizige Plan über 1700 Meter aufwärts als Solist aufzutreten entsprang einem vermeintlichen Besserwetterloch. Wetter immer matchentscheidend im alpinen Gelände und dazu kam die drängende Dringlichkeit eines wirklichen Belastungstests, bevor es auf ganz andere Gefilde gehen konnte.

Um die vertrödelte Zeit (verpasster Zug, falscher Bus) wieder aufzuholen, wurde die Sache etwas zu überhastet angegangen. Dabei hätte jene gut 30-köpfige Kindergartengruppe im Zug, deren Reservierung schief ging und die daher im Mittelgang des Waggons tapfer und stoisch, aber voller Vorfreude auf den Ausflug ins Planetarium die gesamte Fahrt über wankend aber stehend verbrachten, beispielgebend sein sollen.

Wer schnell sein will, muss langsam werden

Zu Beginn gelang es überraschend zügig eine halbe Stunde aufzuholen, doch sollte der Einbruch unweigerlich folgen. Die ersten 900 Höhenmeter waren eher leichtes Terrain und verteilten sich auf gut sieben Kilometern. Allerdings setzte die nach den Regengüssen der vergangenen Tage hoch gesättigte Luftfeuchtigkeit dem Hobbysteiger rasch zu und die Transpirationautomatik der Funktionswäsche lief permanent auf Hochtouren. Fixiert auf das mögliche Tagesziel in akzeptabler Zeit sowie der kurzzeitige Zusammenschluss mit einer interrailenden Studentin aus dem Ruhrgebiet führten dazu, dass alle antrainierten Vorsichtsmassnahmen leichtfertig ausser Acht gelassen wurden. Spürbar dehydriert, leicht unterzuckert und offenkundig in keiner bestechenden Tagesform wurde viel zu spät auf eindeutige Körpersignale geachtet, zu spät wurde gerastet, getrunken und der Puls wieder auf Normal reguliert. Ein Bergab sausender E-Biker prophezeite einen Wolkenaufriss innert 30 Minuten – ganze drei Stunden sollte es noch dauern, bis die Sonne zumindest ein wenig vom Hochnebel weg schleckte.

Tempowechsel

Mit knapper werdender Kraft wurde das erste Etappenziel auf schlappen 1500 Metern erreicht und nach dem Adieu mit der Zufallsbekanntschaft nun ein adäquates Tempo nach ureigenem Rhythmus angeschlagen. Geht doch. Direktnach der Querung einer lehmig-seifigen Alp ging es dann in den ersten serpentinenartigen Anstieg im Felsmassiv. Trotz ausbleibender Sicht waren Wasserfall und rascher Höhengewinn verlockend, als jedoch die Nebelschwaden allmählich den Ausguck auf nur noch 20 Meter runter dimmten wurde klar, dass Rast und Ruhe dringend nötig waren, zumal eine Umkehr bei weiterer Verschlechterung noch immer möglich war. Im Berg dann eher nicht. Der Gedanke vom schnaubenden Drachen kam und ging schnell. Ein junger blonder Held in Turnschuhen zog vorbei, zwei vorlaute Deutsche immerhin in Wanderschuhen wenig später. Egal, die längst fällige Regeneration mit Weintrauben und Bouillon war unabdinglich und versprach die erforderliche Auffrischung der Kraftreserven, denn ab jetzt nur noch steil. Das Innehalten mit Zwiesprache war zugleich eine Konzentrationsübung für das nun kommende anspruchsvolle Terrain.

Kehren und Wenden ohne Ende

Der Aufstieg dann teilweise mit Ketten gesichert, die Furten und Wasserfälle sind problemlos, doch aufgrund der talwärts strömenden Wassermassen zumindest heikel. Hinzu kommt, dass der permanente Nebel alles übrige sowieso mit einem feuchten Film überzog. Teilweise haben die Wegbereiter eiserne Stufen ins Gestein geschraubt, teils mit Knüppeln abgesicherte Stufen geschlagen. Jedenfalls Hochachtung für die vielen Putzer, die jeweils am dritten Wochenende im Juni den Pfad begehen, kontrollieren, von Altschnee befreien und falls nötig ausbessern. Einige verewigen sich mit Namensschildern nebst Baujahr, wobei manche der Namen einen fast den gesamten Aufstieg hinweg begleiten. An ein paar Stellen ging es nur mit Klettern auf allen Vieren, Stockeinsatz bei den vielen grossen Tritten äusserst hilfreich. Einmal wurde der Schuh aufgrund einer etwas unrunden Bewegung zwischen zwei Felsblöcken eingeklemmt, zum Glück federte der volllederne Ortler derart Missgeschick gekonnt ab, kaum Wirkung im Fuss selbst. Überhaupt war neben der gebotenen Trittsicherheit (Schwindelfrei war heute abgesagt, zu trüb und milchig die Abgründe) der Bergschuh essentiell – ohne Profilsohle mit Grip geht hier gar nichts (ausser Jungsiegfried in Turnschuhen).

Der Aufstieg wollte kein Ende nehmen, noch ne Kehre, noch eine Sicherungskette an ausgesetzter Stelle. Plötzlich frische Erde auf dem Pfad, Blick nach oben und Oha!, überhängender Fels, unübersehbar erst jüngst gefallenes Gestein direkt auf dem Weg. Abwechselnd den Blick vor Furcht hoch und auf den Steig gerichtet, in der stillen Hoffnung, eventuellen Steinschlag durch Reaktionsschnelle wettzumachen wurde die Gefahrenstelle zügig durchgangen. Danach wartete wieder eine in den Fels gehauene und endlos erscheinende (schlechte Sicht!) treppenförmig gewundene Schlüsselstelle. Zwei weitere Wandersleute überholten und lieber wurde etwas abseits der direkten Falllinie einen Moment lang ausgeharrt, nicht dass es durch einen womöglich oben ausgelösten Brocken just nach der heil überstandenen Gefahrenstelle doch noch zum Bingo käme.

Die Tierwelt hielt sich analog zum Wetter weiterhin schön bedeckt, nur Losung vom Steinwild war wiederholt zu erkennen. Das wiederkehrende Pochen der Halsschlagader aufmerksam verfolgend, wurde der Puls auf Stöcke gestützt im Stehen reguliert. Stop-and-Go, gut war wenig Betrieb auf der Piste. Beim Überschreiten der Baumgrenze kam die Frage auf, wieso der Pfad eigentlich Heitertannliweg genannt wird.

Lichtblick

Der letzte Fruchtriegel tat seinen bitter nötigen Dienst und endlich etwas mehr Licht, noch trüb zwar, doch heller Schein lies vermuten, dass die Bergflanke nun tatsächlich durchstiegen war. Nineteenhundred down, twohundredfifty to go. Ohne bislang je das Ziel auf dem beschwerlichen Weg erkennen zu können, gab die schiere Ahnung weiteren Auftrieb. Die Zuversicht kehrte zurück, der Fruchtzucker zündete und der vorletzte Schluck aus der Pulle war reiner Treibstoff.

Und dann riss es auf: zweihundert Meter unterhalb der zahlreichen Gipfel vom Pilatusmassiv traten Tomlishorn, Esel, Oberhaupt und wie sie alle heissen sonnenbeschienen und geradezu unwirklich wuchtig derart scharf gezeichnet ins Rampenlicht, als würde ein Vorhang mit einem Vergrösserungsglas getauscht – ein doppeltes Wunder der Natur. Ein zwar nur kurz währendes Spektakel, aber in seiner momentanen Eindrücklichkeit fast unbeschreiblich. Respekt und Vorfreude, der letzte Anstieg im zerkarsteten Schrattenkalk steinhart jedoch trocken und bedächtigen Schrittes zog der Gebirgsmagnet den sich wie in Trance befindlichen Hobbybergler durch die letzten Kehren nach oben. Jungsiegfried kam derweil von dort im zügigen Turnschuhschritt mit einem aufmunternden «Sali!» entgegen. Vermutlich hatte er den Drachen besiegt, da der Nebel zunehmend lichter wurde.

Tohuwabohu

Dann der Aufstieg durchs Chriesiloch, ursprünglich ein natürlicher Kamin. Oben hallten amerikanische Stimmen, «Where does this way lead to, lets find out!», ein finaler Zwischenspurt, um einer drohenden Kollision auf der Eisentreppe zu entgehen, eine ungläubige Frage: «Did you come up all the way?» gefolgt vom freundlichen «Welcome!» und der nun in Sicht kommende babylonische Touristenpfuhl auf Pilatus Kulm erschien als reinster Postkartenkitsch mitsamt tutender Alphörner als Icing.

 

Der Dank an die eifrigen Bläser für die tolle Begrüssung wurde artig überbracht, gefolgt von einem breiten Grinsen aufgrund des kuriosen Emblems – da blies leibhaftig ein stämmiger Baggerfahrer ins Horn!

Gewiss, nach Burkaverbot, Covid, Masken- bzw. Zertifikatspflicht war die Lage oben bestimmt noch harmlos, eingedenk der Anekdote, als der Hobbyhiker noch vor wenigen Jahren verblüfft staunte, dass Downtown Luzern die Beschriftungen der Ladengeschäfte neben Englisch teils auch auf Chinesisch und Arabisch angebracht waren.

Unweigerlich schüttelte der ehrliche Aufsteiger dennoch innerlich den Kopf, angesichts der nervös staksenden Menge dort oben, manche ihren Schosshund auf Armen tragend, andere verzweifelt ihre Kinder zähmend und allesamt innerhalb einer halben Stunde mit Zahnrad- oder Drahtseilbahn nach oben verbracht, um im Bratwurstduft die heute nicht existierende Aussicht leicht desorientiert trotzdem zu suchen.

2118

Oberhaupt und Esel wurden beide direkt vor Ort bezwungen, danach rasch das Ticket für die Talfahrt gelöst und dank eines widerspenstigen Kinderwageninsassen fuhr die Gondel den Einzelgänger im Solo durch die Wolken ins wärmende und lichtdurchflutete Tal mit der frisch gewonnen Einsicht, dass in und über den Wolken Freiheit wohl Grenzen hat.

Tschingeling

Die Tschingelhörner erfreuen den Hobbywanderer jedes Mal aufs Neue – ist es eine verwunschene Burg mit offenem Burgtor? Das Tor selbst, hier ob Elm Martinsloch genannt, ist aus dem Spiel jetzt. Definitiv. Schwierigkeit T5 ist ein Gang zu hoch und Helmpflicht ist nicht. Näher ran ans Loch kommen dann die Schutt- und Geröllhalden gut in Sicht, eher schreckhaft noch als der frühe Firn, da heisst es einen Schritt vor, zwei zurück. Ob das über 2000 lange gut geht?

pic: Wadenalex

Der Segnapass gleich links vom Loch scheint dagegen durchaus machbar, doch die Tour heuer war sowieso eher Testlauf in Sachen Equipment und Rucksackvolumen. Der Saisonhöhepunkt rückt schnell näher, und die Schuhwahl fiel im Vorfeld schon schwer genug. Ein wenig Wetterhexen wäre noch prima, selbiges Kaiserwetter in der Bernina ein Traum natürlich.

Wolf und Terror

Tschinglen wie immer märchenhaft, wie immer bei Schönwetter und die Schlucht sowohl zu Fuss wie mit Seilbahn ähnlich beeindruckend. Gämsen hatten sich diesmal allesamt gut versteckt und selbst die Murmelis hatten wohl Angst vorm bösen Wolf, der vis-à-vis tüchtig Schafe und Ziegen blutig beisst, wie auf einem Eingeborenenhandy grausam schön dokumentiert zu sehen war. Statt dem Adler Bräu floss ein Hütten-Kaffi in den Schlund und der war wohl gemixt und angerichtet, so dass die Lust aufs Loch alsbald wieder hoch kam inklusive intensivem Fernglasfernträumen.

Hatten nicht die einstigen Berggänger sich jeweils Mut angetrunken bevor es los ging?

Zuhause dann, beim Sondieren der Berichte all der T5/T6-Cracks, war es schon etwas ernüchternd von den «Schutthängen des Terrors» zu lesen. Also Loch besser von Weit als von Nah, lieber Heil als Drama. Damit das Znacht beim Bergführer in Elm weiterhin fein munden tut.

In fremder Ferne

Schuhtest

Selbst auf der ausgewiesenen Lowa-Teststrecke macht der Meindl eine ausgesprochen gute Figur. Nachdem der billige Landrover seine Schuldigkeit getan hat, ist der eingelaufene Ortler die dann doch bessere Wahl, v. a. was Halt und Standfestigkeit in rutschigen Auf- und Abwärts-Passagen betrifft. Fels und Stein haben gegen die zwiegenähte Sohle ohnehin keine Chance.

Der Schwarzwaldsteig beginnt gemächlich am Namen gebenden Fluss des Tales, der Rench, steigert sich dann rauf bis zum Ibacher Schliff, einem gewaltigen roten Buntsandsteinsturz, dem man beim Fallen fast zusehen kann. Freiliegende Baumwurzeln und ausgewaschene Regenrinnen deuten auf die permanente Veränderlichkeit hin. Im Winter und bei Starkregen ist dieser beeindruckende Weg nicht gangbar, viel zu schlüpfrig und eng ist der teilweise stark abfallende Saumpfad, selbst die lokale Gemeinde warnt und weist auf die Gefahr auf jenem Wegstück hin.

Schnapsbrunnen

Vorbei an Brunnen mit und ohne Schnaps, erfrischenden Raststätten mit und ohne Bedienung ist der Weg zum Braunberg von allerlei Braunbären gesäumt. Die inflationären Holzherzen fehlen nie, und so steht die Inschrift am Urbankreuz im eigentühmlichen Kontrast zu der pittoresken Gestaltung des Wanderweges. Wobei der Kitsch bei den allgegenwärtigen Herzen nur oberflächlich erscheint, da auf die Herzlichkeit in der Naturparkregion tatsächlich und spürbar viel Wert gelegt wird. Sägekunst ist im Schwarzwald sowieso immanent, gut erkennbar an der markenbewussten Gestaltung einer Bank mitten im Wald, die der heiligen Motorsäge gewidmet ist. Eifrige Wanderkollegen huldigen derweil den Steinmännfrauchen, welche mancherorts frei nach dem Klump-Prinzip geradezu massenhaft auftreten.

Eierschwämme

Bei gutem Wanderwetter nach einer leichten Regennacht war das Geläuf perfekt, um die 500 Höhenmeter auf 12 Kilometern quasi federnd zu bewältigen. Der zweite Satz der Wandersinfonie ist ebenfalls durchaus empfehlenswert, ganz so wie der Blutzwurz am Schnaps-Brunnen Bollenbach, an dem der sich Urlaub erlaubende Hobbywanderer labte. Als Bonus gab es obendrauf noch erntefrische Pfifferlinge direkt aus dem Wald, die die nette Seele der Herberge pünktlich zum Feierabend aus ihrem Sammelkorb offerierte.

Sollten es aber keine Pfifferlinge gewesen sein, so sehen wir uns halt droben wieder…

«So ruh denn aus in fremder Ferne, bis droben wir uns wiedersehn.»

Himmelssteig

Den Auftakt zur dreisätzigen Schwarzwälder Wandersinfonie bildete der Himmelssteig, ein ausführlich beschildeter Weg durch das Schwarzwälder Mittelgebirge, welcher zur «Premium-Wanderung» einlädt. Verlaufen kann man sich nicht, falls doch landet man auf dem Paradies-Steig und der führt ebenfalls in den Himmel. Überdies sind Kilometerangaben samt SOS-Tafeln installiert. Sehr abwechslungsreiches Gelände, stets rauf und runter. Gras, Wurzel, Waldwege, Stein mit kurzen Abschnitten auf Asphalt. Insgesamt sind 11 Kilometer zu bewältigen, was anstatt der vorgeschriebenen fünf Stunden auch gut in deren drei geht. Trittsicherheit an manchen ausgesetzten Stellen unerlässlich, Erfahrungen im Fels helfen. Es gibt diverse Einkehrmöglichkeiten, einladende ambulante Selbstverpflegungsstationen. Zwei schnell schwätzende Schwäbinnen kochten sich gar ihr Süppchen auf dem Paradiesfelsen, entweder mit Spiritus- oder Gasbetrieb, jedenfalls ging es beim rasenden Wortwechsel ums Für und Wider und wo man den dafür notwendigen Treibstoff erhalten könne. Das verbale Gemetzel verkürzte leider den Aufenthalt, was wiederum der akzeptablen Endzeit zugute kam. Ein anderer Wandersmann kam unumwunden gleich aufs Thema Bier und sprach von der Notwenigkeit, die unweit gelegene Familienbrauerei Bauhöfer zu besuchen, deren Braumeisterin Deutschlands derzeit Jüngste und Interessanteste sei. Testmaterial ist vorsorglich eingelagert. Es gibt an Bäumen angebrachte Abrisszettel und Steinteller, von denen sich die wandernde Leute das nehmen sollen, was sie brauchen. Klar – im Himmel ist die Spiritualität zuhause quasi. Auf dem Survival-Trainingsplatz gleich bei der Gruppen-Unterkunft Palmspring (Jugend aus Dorsten) üben Stadtindianer das Preppern. Interessant auch, wie manche Weisstannen mit moosgrünen Matten bedeckt werden, welche erst bei der genauen Inspizierung sich als ganz und gar nicht natürlich entpuppten. Als wilde Tiere waren diesmal ein Adler, ein Fliegenpilz und ein Horrorkäfer inklusive. Zum Work-out besuchte der hobbywandernde Urlauber noch den Atletik-Club Oppenau, um die Muskeln noch etwas im Bankdrücken zu üben, bevor der Wandertag beim süffigen Alpirbacher mit einer Grillade und etlichen Früh-Perseiden zünftig ausklang.

Exposition

Art en plein Air in Môtiers/NE öffnete mit einem Jahr Verspätung wieder mal ihre Pforten. Alle vier bis fünf Jahren werden in der Schweiz lebende Kunstschaffende eingeladen, ihre Werke in dieser Freilichtausstellung zu präsentieren und platzieren. Ausgehend vom Dorfkern verläuft der Kunstpfad entlang quirliger Bäche, durch Dickicht und Wald, einem imponierenden Wasserfall entlang hinauf zu einer Lichtung nebst Buvette, wo ein- und umgekehrt wird und der Kunstspaziergang dann wieder talwärts zum pittoresken Dorf führt, in dem einst Aufklärer Jean-Jaques Rousseau Zuflucht fand.

(pics by andrea & andi ´21)

Die Kunst selbst ist teils witzig bis dadaesque, dann wieder formal streng oder versucht mit der sie umgebenden Natur zu korrespondieren. Längs gespaltenen Bäume, Karambolage mit Ölfässern, Quadratur mit Kreisen, knallrote Statuen, ein Mobile aus Röhren taumelt im Wind, eine Holzhütte mit bunter Aussicht und die Fassade eines Western-Saloons laden ein zu Betrachtung, Entdeckung und Irritation. Der sehr empfehlenswerte Rundgang führt durch einen hübschen Teil des bezaubernden Feenlands im Val de Travers, wo der Duft vom Echten Wermut homöopathisch die Luft aromatisiert und dessen Destillat an fast jeder Ecke zu einem Rendezvous einlädt.

Viszontlátásra

Aus dem Magyar Kurír – Katolíkus Hírportál, frei nach Google Translator:

Die nach Unserer Lieben Frau benannte Gesellschaft der Schulschwestern von Kalocsa gibt bekannt, dass Schwester Erzsébet Tóth M. Teofila am 10. April 2021, dem 97. Lebensjahr und 74. Jahr ihrer Schwesternschaft, in das Haus des Ewigen Vaters gezogen ist. Im Folgenden der Nachruf von Vorsteherin Dávid M. Bernadette.

Schwester Erzsébet Tóth M. Teofila wurde am 3. November 1924 in Németkér geboren. Als Kind wurde sie stark von der Hl. Thérèse von Lisieux beeinflusst. Dies bezeugte sie später: „Unter ihrem Einfluss entwickelte sich meine Berufung. Ich hatte eine mit Bildern illustrierte Biografie in den Händen, und als ich sie mir ansah, entschied ich, dass ich auch eine Nonne werden würde. Den guten Gott zu lieben wie Thérèse, zu beten wie Thérèse wurde der Sinn meines Lebens.“ Die Gesellschaft der Schulschwestern von Kalocsa, benannt nach Unserer Lieben Frau, kam 1926 in Németkér an. Die Eltern von Schwester Theophila haben die fröhliche, lebensfrohe Bözsike ins Krankenpflegeinstitut eingeschrieben. Als sie die Arbeit der Krankenschwestern von der Vorschule bis zur Schulzeit sah, mochte sie die Kalocsa-Schulschwestern sehr, sie sehnte sich nach ihnen. Sie spürte früh in ihrem Herzen den Ruf zur klösterlichen Berufung. Schwester Conselia ebnete den Weg für den Einstieg, die Zustimmung der Eltern und die Ordination.

Als jüngstes Mitglied einer sechsköpfigen Familie war es nicht leicht, sich von der liebevollen familiären Atmosphäre zu lösen. Sie erinnert sich an diese Zeiten: „Ich hatte definitiv den Wunsch, die Wände des Klosters zu küssen. Ich hatte viele Prüfungen zu ertragen, aber während dieser ganzen Zeit hatte ich ein ununterbrochenes Bewusstsein der Gewissheit der Berufung und des Wunsches, den Willen Gottes zu tun. Mein Leben ist begleitet vom Kreuz, der Widrigkeiten, dem Missverständnis und gleichzeitig der Vielzahl der Gnadenbezeugungen und Erfahrungen mit Gott.“ Sie begann ihre Bürgerschule in Hőgyész als Aspirantin, und im Herbst 1940 wurde ihre neue Heimat das Kiskunfélegyháza Institut des Ordens. Ihre glücklichen Jahre wurden durch den Zweiten Weltkrieg gestört, Anfang Oktober 1944 trafen die sowjetischen Truppen in Szeged ein. Den Sommer 1945 verbrachte sie zu Hause, im Herbst begann das Postulat im Kloster Kalocsa. Am 29. Juni 1946 legte sie das Ordensgewand an und begann das Noviziat, an dessen Ende sie ihr erstes Nonnengelübde ablegte. Im Sommer 1947 wurde sie nach Mezőkovácsháza versetzt, wo sie drei Jahre lang Religion lehrte. Es waren anstrengende Jahre, aber sie dachte immer gerne an ihre klösterlichen Jahre und ihre Missionsarbeit zurück. Sie arbeitete hart für die Verwirklichung des Reiches Gottes.

Im Mai 1950 wurden die Nonnen interniert. Aus Mezőkovácsháza kehrte sie zu ihren betagten Eltern zurück. Drei Jahre lang kantorierte sie in der Kirche von Németkér. Später lehrte sie Theologie in Biatorbágy und bereitete die Kinder auf die Erstkommunion und die Firmung vor. 1956 (!) legte sie ihr ewiges Gelübde ab. Nach der Aufhebung der Klöster im Rahmen der staatlichen Säkularisierung arbeitete sie in Budapest, in der Solidarno Genossenschaft als Handschuhschneiderin, Näherin, Qualitätskontrolleurin, Exportleiterin. Zwischen 1977 und 1994 leitete sie dann den Hostien-Lieferdienst der Erzdiözese. Nach ihrer Pensionierung lebte sie in Budapest und Csepel sowie ihrem in den 1990ern wieder zugelassenen Stamm-Kloster in Kalocsa. So erinnerte sie sich an ihr schönes und langes, aber zugleich aufopferungsvolles Leben: „Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, bin ich gerührt, dem lieben Gott zu danken. Ich danke dir für meine guten Eltern und für alle, die du mir in den Weg gestellt hast, die gut zu mir waren, die ich lieben konnte, denen ich helfen konnte. Ich trage sie in meinen Gebeten und in meinem Herzen, besonders in unserer Gemeinschaft von Schwestern. Ihr besonderer Geist, der Geist des Dienens, wurde getragen und gefördert.“

Sie war eine sehr freundliche, fröhliche, glückliche Schwester, die nicht nur redete, sondern auch mit gutem Beispiel voran ging, indem sie sagte: “Das Glück wohnt im Inneren, tief im Herzen, in der Gabe Gottes.” Am 10. April 2021 starb sie in Vorbereitung auf das ewige Leben nach dem Empfang der Sakramente im St. Joseph Heim in Csepel. Wir glauben und hoffen, dass Schwester Theophila weiterhin in dem unendlichen Glück leben wird, das Gott denen bereitet, die sie lieben. Die Trauermesse in der Klosterkirche in Kalocsa (Astrik-Platz 3) findet am 2. Juli 2021 um 11 Uhr für sie statt, danach wird ihre Asche auf dem Urnenfriedhof der Klosterkirche beigesetzt.

Résumé

Nach mehrmonatigen Einschränkungen mit physischen, aber auch psychischen Leid, hatten wir mit der Covid-19-Impfung endlich die Möglichkeit etwas aktiv gegen den Virus zu tun. Das ohnmächtig Verstecken sollte ein Ende haben. Mit der Kirche St. Jakob fand Medix Zürich einen mit anpackenden, entgegen kommenden Partner, den wir für das Durchführen der Impfaktion brauchten. Besonders berührt hat mich die solidarische Zusammenarbeit unter Nachbarn, die während der Pandemie vielerorts leider zu vermissen war.