Nebelflor im Wolkenmeer

Auf Gitschenen, einem Hochtal oberhalb von St. Jakob im Isenthal (UR) zieht vor dem winterlichen Föhnsturm der Hochnebel in Schwaden an den Bergflanken entlang. Kleine Lichtblicke erlaubt die knapp über den Gipfelkuppen stehende Sonne, die den Nebel an- und vertreibt. Trotz aller Wandererfahrung immer wieder neue Erkenntnisse für den Hobbyschweizer – alpine Wintertouren benötigen bei Neu- und Tiefschnee besondere Unterlagen – Schneeschuhe gehören unbedingt zur Grundausrüstung. Dank gespurter Pisten waren immerhin ein paar Kilometer Schneewanderung machbar und der Gipfelrum bei aller Kälte und frischen Luft hoch verdient.

Se di nubi un velo m’asconde il tuo cielo
pel tuo raggio anelo Dio d’amore!
Fuga o sole quei vapori
e mi rendi i tuoi favori:
di mia patria deh! Pietà,
brilla, sol di verità.                                                                   °

Talwärts beim Zwischenhalt in Bauen am Urner See eine freudige Überraschung – der Hobbyschweizer trifft auf den Komponisten vom meteorologischen Schweizer Psalm und schwört sich schon mal warm.

© pics by abauma

Rauchzeichen

Dope-Versteck vom Vatikan entdeckt

Anlässlich eines Ausseinsatzes in der Innerschweiz wurde bereits fertig abgepackte und mutmasslich für den Drogenverkehr im Vatikan portionierte Rauchware entdeckt. Momentan laufen die noch notwendigen Experimente, um den Gehalt der für die hinlänglich bekannte psychoaktive Wirkung verantwortlichen Harze genauer zu bestimmen. Ein erster Probe-Hauch löste sanften Schwindel aus.

Berlinskaja Brigada

Weihnachten hart, Harald Junke gegen Amateure und die Verwandten drohen mit Besuch. Dies nur drei der beliebtesten Motive der scheinheiligen Bildchen an der für das ständige Publikum z. Zt. leider geschlossenen Wallfahrtsgrotte im Herzen Kreuzbergs. Dem Lockout tapfer trotzend lockt der Raum der Offenbarung die Pilger jedoch weiterhin mottenhaft an, welche vor Ort berührt eine lange Weile im Sein innehalten, um die pure Energie des legendären Kraftortes intensiv zu inhalieren.

Urbi @ orbi

Für die daheimbleibenden Suchenden sei das grossauflösende Farbphoto der frohen Botschaften des spirituell siedenden Reaktors hier hinterlegt, damit der messianische Glanz selbst in der kleinsten Hütte auf Klick warm erstrahlen möge.

Und wer die Nase ganz eng an den Bildschirm presst, vermag durch den güldenen Tempelvorhang die Krippe der Wahrhaftigkeit deutlich zu erkennen…

Xорошая работа – cпасибо!

Testflug

Der rasender Reporter hat den Erstflug am Freitag den 13. selbstverständlich wohlbehalten überstanden. Aberglaube bringt Unglück. Sowieso. Gesamteindruck BER ruhig aber bestimmt, viel Platz im Abfertigungsgebäude, längst nicht alle Lokalitäten eröffnet, was dem überpünktlichen Fluggast eine lange Weile verschuf. Auffällig die Mercedessterne allerorten, doch für einen Kauf der Namensrechte ist BER vermutlich ein My zu lahm für die Daimlers. Vielleicht reicht es ja für Tesla…

Imposant die wirklich grosse und beinahe unüberschaubare Parkflotte von Platzhirsch Lufthansa und Easy Jet, bei Maschine Nr. 50 hat unser mutiger Vielflieger das Zählen eingestellt. Bestimmt alle in Quarantäne. Sehr pittoresk bei Nacht natürlich die bunte Pistenbeleuchtung, besser geht es fast nicht, da die schiere Grösse des Flugfeldes ein beindruckendes Lichtspektakel in gelb, orange, blau, violett und weiss bietet. Hier ein Blinken, dort ein Leuchten und hinten ein Funkeln. Ganz grosses Kino. Leider fliegen die Flieger nicht mehr um den Fernsehturm der grossen Stadt, im rechten Seitenspiegel war das rhytmische Leuchtfeuer im Steigflug klar auszumachen.

Fliegen selbst wie immer: erst rauf, dann runter und zwischendurch ein Erfrischungsgetränk. Kleine Schoggis hält Swiss immer als Giveaway vor, jöö wie härzig! Nur blöd, wenn sich der Dutyfreerum im Rollkoffer verflüssigt und breit macht, doch ist daran bestimmt nicht der Freitag schuld.

Maskenland

Noch mächtig beeindruckt von der teutonischen Disziplin in Sachen Schutz – zumindest in Wild-Süd-West — hatte der erste Kurztrip nach der Grenzöffnung schon etwas Spezielles. MaskenpflichtWährend in Zürich bis auf das Bahnpersonal kaum jemand Mund- und Nasenschutz trägt, ändert sich die Lage ab dem Rheinfall dramatisch: wie auf Signal packen die Mitreisenden ihre Masken aus, nesteln an Ausrichtung und Sitz der Bedeckung und schauen sich ob der erfolgten Verwandlung interessiert an und um. Als Maskennovize war modisch vorgesorgt, die Sache selbst blieb fremd und ungewohnt. Der Intercity (noch) leer wie nie zuvor, im Reiseziel tauen die Städte und Einkaufscenter erst allmählich und vorsichtig auf. Faktor R momentan näher bei 2 als 1, Tönnies nicht wirklich weit weg. Sein williges Fleisch lächelt zu unmoralischen Preisen aus dem Discounterprospekt. Vor Ort dennoch spürbar der Teamgeist: innerhalb weniger Tage bereits 10 Mio Apps im Umlauf.

Ohne Atempause

Social Distancing bislang eher ungewohnt bei Familienbesuchen, doch selbst ungeübt gleich eingespielt. Das Ding ist ja noch da, unsichtbar lauert es im Supermarkt. Dass die Schweiz nie das Maskenritual durchsetzte befremdet, im grossen Kanton funktioniert es jedenfalls im öffentlichen Leben. Sitzt, sieht gut aus und hat was. Beängstigendes.

PeterstalerDer Atem lässt sich filtriert spürbar zäher inhalieren, umgekehrt ist der in seiner freien Entfaltung gehemmte Odem in der unmittelbaren nasalen Analyse entweder der Nahrungsaufnahme, der hygienischen Verfassung von Mund- und Rachenhöhle oder beidem leicht zuzuordnen. Verdufte Corona!

Beim Zugwechsel retour ist es sicherlich nicht nur der fragwürdigen Kondition geschuldet, dass auf den letzten Metern der Sprintentscheidung bei vollem Marschgepäck im Hauptahnhof die Baumwollmaske noch weit vor dem erfolgreichen Zieleinlauf lechzend runter gerissen werden muss. Dafür grüssen die anstehenden Sommerferien überraschenderweise schon etwas früher und schelmisch an der Weinstrasse, wo der tapfere Schorle-Verweigerer hoch erfreut den ortsansässigen Weissburgunder mit den wundersamen Mineralien aus dem Schwarzwald ausgiebig nachspült.

Live Development

Dagie B hat in ihrer temporären Kunst-Quarantäne in Schonen (SWE) unlängst eine kleine Live-Session veranstaltet. Die etwas pixelige Live-Handyübertragung war lehrreich und amüsant, typisch quasi für das Pippilottaland. Ein Zuckerrübenkrautsud wurde mit Vitamin C gut gewürzt. Einen kleinen Einblick vom Kochkurs gibt es dort auf Vimeo:

Delicat Essen XCIII

My dear friend, former colleague, once but still fan-of, one-time lover and such, the both undisputed and unconquered Super-8-Queen of todays known universe, the one and only Dagie B is just spending her time at a tiny house in a sort of art quarantine in the South of Sweden. As a guest of the Goethe-Institut she is transforming the sea to see, merging light and shadow into vision to present her very imagination of our wobbling and yet so curious planet. No doubt agitated by the ongoing outbreak of the sad disease her personal impressions will certainly highlight some dagiesque insights of nature in development.

from tram by chance © dagie 2020

Happily she will research for an antidote to the current crisis with her best and strongest ingredients: beautiful pictures and well handcrafted artistic movies. Me is really looking forward to enjoy her funky Baltic work and it remains a whishful thinking that D. Longstocking will return save with a pocketful of gems plus some glitter of hope – heja!