Infected

Just another weird Art-Bot:

Marc Lee kreiert netzwerkorientierte und interaktive Kunstprojekte: interaktive Installationen, Medienkunst, Internetkunst, Performancekunst, Videokunst, Augmented Reality (AR)-Kunst, Virtual Reality (VR)-Kunst und Mobile-Apps.

Après-Ski

Der Pistenspass serbelt bekanntlich schon etwas länger, Klimawandel nur Hilfsausdruck. Die nördlichen Flachländler wollen nun unisono den gesamten Alpenländischen Skizirkus dem aktuellen Virus opfern, was im Land der Schneekanonen nur sehr mässig ankommt. Gemeinsam mit dem neutralen Nachbarn im Osten teilt man die Alpen und die Meinung, dass da noch was gehen sollte für die geplagte Wintertouristik nachdem die Cashcow WEF bereits im Herbst notgeschlachtet wurde und überdies der Kadaver just aufgrund der besonderen Lage auch noch exportiert muss.

Delikat Essen CII

Vitamin D – physiologisch gar kein Vitamin sondern Hormon, wird im Körper gebildet wenn UV-Licht unserer Sonne drauf scheint und nützt anscheinend bei Sars-Cov-2. Es braucht sicherlich keine Nahrungsergänzungsmittel, nur frische Luft und Licht für mindestens eine halbe Stunde am Tag. Vielleicht dazu noch eine kleine Prise emotionale Intelligenz plus Granularität. Und falls 3000er im T-Shirt, dann Vitamin D sowieso nur Hilfsausdruck…

Automagisch

Zu den Limousinen von Hilfssheriffs und Möchtegern-Patrouillen gesellt sich nun ein eher kompakter Zweitakter de-Luxe, klar erkennbar an den verchromten Stossstangen. Korallrot als ungewöhnlich kräftige Farbgebung lässt auf Baujahr ≧ 1973 schliessen. Der CH-Trabi parkierte im Halteverbot, was den Faktor Seltenheitswert hierzulande signifikant erhöht.

Delikat Essen IXC

Neuer Streit um den Negerkuss known as Mohrenkopf alias Schokokuss, Schwedenbombe: Detailhändler in der Schweiz finden Mohrenkopf matters und wollen die beliebten Süsswaren von Dubler aufgrund der Namensetikette nicht mehr anbieten.

Dubler Mohrenkopf

«Scheinheilig» benennt Mister Dubler das Vorgehen, hat hierfür kein Verständnis und sieht seinen Markenbegriff nicht negativ konnotiert. Er werde jedenfalls seinen mit Schokoguss überzogenen Eiweissschaum auf Waffelbasis keinesfalls freiwillig umbenennen.

«Etwas verändern und Gutes tun bedeutet, dass man den Kontinent Afrika fairer behandelt. Aber dazu sind die Menschen nicht bereit, das würde ja etwas kosten», so der Produzent. «Den Namen zu ändern kostet nichts und ist viel einfacher.»

Damit völlig einverstanden und für eine reichlich übertriebene Massnahme halten dies auch weit über 80% Teilnehmer einer Online-Befragung. Selbst treuer Fan dieses exquisiten Naschwerks stelle ich fest, dass der Firmeninhaber ein ausserordentliches Unikum ist und keineswegs plumper Rassist, was bereits bei der eindrücklichen Betriebsbesichtigung vor über 10 Jahren sehr positiv rüber kam. Auch heute noch bezahlt er die Löhne an die Belegschaft in bar aus, weil er Banken möglichst aus dem Weg gehen will und diese Institutionen generell verabscheut. Während der Corona-Krise hat er keine staatlichen Hilfen in Anspruch genommen und seinen Mitarbeitern weiter den Lohn gezahlt. Es wäre fürwahr schade und traurig würde aufgrund rassistischer Vorbehalte sein köstliches Produkt aus den Regalen in der Schweiz verschwinden und zur Bückware werden.

Rüebliland kein Hinterwald

Auf der anderen Seite ist das Aargau kein wirklicher Hinterwald und im 21. Jahrhundert kann eine gewisse Empfänglichkeit und Flexibilität für längst überholte Begriffe auch von liebenswürdige Querulanten erwartet werden. Selbst noch mit dem Struwelpeter und teilweise Schwarzer Pädagogik aufgewachsen habe ich heute glücklicherweise nicht mehr Angst vor dem schwarzen Mann. Aber halt, Moment – da gings doch bloss um die Pest…

Freiheitswacht

Vermehrt fahren sie Patrouille, die selbsternannten Hilfssheriffs der selbstdefinierten Freiheit. Noch scheinen sie unbewaffnet, bis auf die Augen, die gerne zusammengekniffen, meist aber sonnenbebrillt tunlichst scharf sehen sollen. Mit der für Strassenkreuzer typischen Überlänge ragt das Heck ein gutes Stück weit aus der Parkbucht. Der sich penibel um sein Dienstfahrzeug sorgende Hilfssheriff muss also selbst nach Feierabend auf seinem lautstark knatternden Motorrad noch eine Extrarunde drehen, um allgegenwärtige Bereitschaft und Aufmerksamkeit zu demonstrieren und allfällige Blechschäden möglichst rasch begutachten und weiter melden zu können.

Dass die Patrouille just in diesem Jahr ihr 23-jähriges Jubiläum feiert, sollte doch allen Verschwörern zu denken geben – oddärr!?

Foreign Virus

Nein, das Kapital hat nichts zu befürchten. Dieses Virus wird zwar mit einigen Gewissheiten aufräumen. Das weltweite Privateigentum allerdings wird, so viel ist sicher, hierzulande auch in Zukunft Asyl finden. Denn ganz im Gegensatz zu flüchtenden Menschen übertragen Sach- und Geldwerte keine ansteckenden Krankheiten.

Und deshalb gewährt man auch den Malern und den Gipsern eine Ausnahme von den geltenden Hygieneregeln: Die Handwerker können den Sicherheitsabstand nicht einhalten. Eigentlich müsste man die Baustellen deswegen schließen. Aber das wäre unverhältnismäßig. Erstens ist das Baugewerbe systemrelevant, und zweitens handelt es sich bei dieser Berufsgruppe in erster Linie nicht um Schweizer, sondern um Ausländer.

              Essay von Lukas Bärfuss über den Virus und die Schweiz
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