Grüezi mitenand!

21. Oktober 2018

Auf gehts, immer schnellerweiterhöher. Hier jetzt aber ohne überflüssigen Schnickschnack wie woher, wohin, warum, wie oft und überhaupt. Keine digitale Schnupperlehre. Keine Cookies. Keine Werbung ausser der guten Selbstgemachten. Ein globaler Ticker fürs eigene Ego muss reichen. Nach exakt 10 Jahren drüben jetzt hüben. Und Boy ist noch immer Tocotronic.

This was then but that is now — vorwärts immer, rückwärts nimmer!


Momentaufnahme

16. Februar 2018

Nomen est omen.


O Tannenbaum, O Tannenbaum

13. Dezember 2017

O Tannenbaum

dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit!

Bitte um Mithilfe

25. März 2017

Die Frisurenpolizei sucht dringend diese flüchtigen Brüder:

Frisurenpolizei, RTL, Ehrlich Brothers

Sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Gesuchten
führen, werden mit zwei Wochen Dauer-RTL belohnt.


An apple a day

22. März 2017

Applejoint, Bogota, Protest, Smoking,

Derweil in Bogota mit einem wahrscheinlich amtlichen THC-Gehalt Obst innovativ imprägniert wird, scheint in Downtown Switzerland ein Low-THC-Hype ausgebrochen. Unterhalb eines Wirkstoffgehalts von einem Prozent ist Marihuana legal, bringt dem Staat Steuern und diverse Hanfshops zum blühen, verwirrt aber die Ordnungshut. Äusserlich und olfaktorisch sind die Kastraten nicht vom bis zu 14 Mal higher machenden Rauschmittel zu unterscheiden. Unklar bleibt jedoch, warum man sich etwas reintut was offensichtlich eh nicht richtig antörnt. Mutmasslich kannibalisiert die hippe Selbstoptimierung nun sogar den Drogenkonsum.


Wundern gibt es immer wieder

5. März 2017

Ein statistisches Kunststück von: Dr. Ali Binazir, Happiness Engineer:

Wahrscheinlichkeit, Unwahrscheinlichkeit, Happiness Engineering,


Secondo Front

17. Februar 2017

Ausländer ist man bekanntlich fast überall auf der Welt, so auch in der Schweiz. Eine kulturpolitische Intervention versuchen die Macher vom Salon Bastarde. Idealerweise fand der Kickoff im Zürcher Club EXIL statt.

Salon Bastarde, Uslaender, Secondos, kulturelle Intervention

Die normative Kraft des Faktischen wurde betont und Jurzcok verhandelte diese genial absurd unter dem Stichwort Scheinbevölkerung. Bis zur zweiten Generation besitzen beinahe 40% einen Migrationshintergrund, und bilden in manchen Städten bereits die Mehrheit. Der von den überraschenden Resultaten jüngster eidgenössischer Initiativen ausgehende Schwung gelte es mitzunehmen. Spoken Word und Rap, eine dauerassimilierte Nationalrätin, Interviews und szenische Rück- und Ausblicke auf Fremd- und Gastarbeiter, Flüchtlinge und Migration generell öffneten Augen, Ohren und Herz und machten viel Mut und gute Laune. Die Schweiz bewegt sich doch.


Liebesbeweis

15. Juni 2016

wahre Liebe, Wegzeichen, Herzensweg

Schöner Kitsch am Wegrand.


Umbettung

26. März 2016

Urnenumstellung, Zeitumstellung, Sommerzeit, Winterzeit


Zonenrandgebiet

11. März 2016

Familienbiotop, Begegnungszone, FGZ, Bernhard-Jäggi-Weg, Genossenschaft Zürich, Zwergensiedlung

Die Zone

  zwischen Stadt und Land.

Quasi Randständig.

Begegnet Grenzgängern.

Doch selten überschreitend.

Eher pflegend von Rand.

Von Flora & Fauna.

Von Nachbarn und Zaun.


L’art est mort. Vive DADA!

5. Februar 2016

was ist dada, dada 2016, dada zürich, dada sachweiz

Kaum hundert schon tot.
Hundert kaum tot schon.
Schon hundert kaum tot.
Tot kaum hundert schon.


Winterlong

22. Dezember 2015

I waited for you winterlong
You seemed to be where I belong
It’s all illusion anyway

If things should ever turn out wrong
And all the love we have is gone
It won’t be easy
On that day

Waiting to follow
Through the dream light of your way
Is not so easy for me now

After time has passed your way
Things we thought of yesterday
Come back now, come back now

© Neil Young

Mag der Winter noch dauern, die Wiedergeburt der Sonne ist eingeleitet: am 22. Dez. 2015 um 05:48 Uhr wendete das Zentralgestirn auf seinem scheinbaren Lauf um die Erde und steigt alsbald sachte höher. Ende Monat gibt es in Zürich immerhin 5 Minuten mehr Tageslicht, Ende Januar bereits eine Stunde und am kommenden Schalttag dann satte zweieinhalb Stunden mehr Sonnenlicht.
Für das nördlicher gelegene Berlin gibt es Ende Januar schon 80 Minuten und am 29. Februar über drei Stunden längere Tage. Obwohl Berlin gegenüber Zürich aktuell mit fast einer Stunde weniger Tageslicht auskommen muss, hat es zum meteorologischen Frühlingsanfang Zürich in Sachen Lichtdauer dank Erdkrümmung und Ekliptik locker eingeholt.

Derweil bleibt es bis zum astronomischen Frühlingspunkt am geografischen Nordpol völlig dunkel, während am Gegenstück unserer kosmischen Kartoffel die Tage endlos scheinen.

Ein Heliograph bündelt das Sonnenlicht und brennt in einen hinterlegten Papier- oder Plastikstreifen Punkte bzw. Linien, an denen sich die Sonnenscheindauer ablesen lässt.


Superacht

19. Oktober 2015

Voll super: Super 8 Tage in Solothurn und Basel mit Super-Dagie!

Entwickeln bunter als Houdini, Filme kucken bis zum abwinken und Super 8 zum Fuffzigsten gratulieren. Das alles und noch viel mehr gibt es diese Woche in Solothurn und Basel.

Auf Kodak. Und Agfa. Vielleicht Fuji. Oder Orwo.

Globe Super 8 Day 2015, Super 8, Super acht, Super 8 Film


Knabenscheissen

17. September 2014

Verkackt haben wieder mal die Jungs: Melinda hat nach Stechen klar gewonnen und ist die juvenile Regentin des Sturmgewehrs 90 aka SIG 550. Die Schiessprügel sind übrigens ohrenbetäubend laut; interessant aber, dass trotzdem viele Schaulustige kommen, obwohl es deutlich mehr auf die Ohren als für die Augen geben tut.

Knabenschiessen 2014, Schiessanlage Albisguetli, Knabenschiessen Zürich

Sowieso geht man ja nicht wegen der Schiesserei auf das Festgelände, sondern wegen Zuckerwatte & grossen Kinderaugen. Die malträtierten Ohren wurden wie üblich durch die legendäre Ruth-Orgel von 1906 etwas besänftigt, quasi Klangoase. Diesmal spielte olle Ruth just “Berliner Luft” — geht doch.

Orgelwagen Kanbenschiessen, Orgelwagen Fa Buser, Ruth36 Orgel

Und ja, der Hobbyschweizer war auch drin in der Orgel…


Bruder Jakob

6. Juni 2014

Citykirche Zürich, Offener St. Jakob, Kirche Zürich

Der “Offene St. Jakob” ist eine sogenannte Citykirche in Zürich. Anfang der 90er wurde die im Kreis Cheib gelegene Kirche aufgrund des rapiden Rückganges von Gemeindemitgliedern und Kirchgängern einem breiteren Publikum geöffnet und in der Folge durch bauliche Massnahmen besucherfreundlich umgestaltet. Starres Kirchengestühl wurde zugunsten einer variablen Bestuhlung ausgetauscht, ein betanzbares Eichenparkett verlegt und eine zeitgemässe Licht- und Audioanlage installiert. Heute steht das Haus täglich für jeden offen und kann zudem für diverse Veranstaltungen gemietet werden.

Kirche St. Jakob, St. Jakobkirche Zürich, Citykirche Zürich, St. Jakob

Traditionell werden in der Aussersihler Gemeinde Migranten fürsorgt, die salopp-juvenile Streetchurch lässt es regelmässig andächtig krachen und selbst Klangtherapie, Handauflegen und Yoga finden ihren Platz. Bis zur Anlegestelle wogte die Tango-Nacht im Kirchenschiff unlängst bis vier Uhr morgens…

Selbstverständlich wird aber auch dem kultischen Bedürfnis der reformistischen Gemeinde entsprochen: die sonntäglichen Zeremonien werden abwechselnd mit Musik, Tanz oder Gesprächsrunden aufgelockert. Bisweilen agiert der käufliche Hobbyschweizer als braver MC und keuscher Abwart. Sozialpolitisch steht die Kirchengemeinde auf der richtigen Seite und es nimmt kaum Wunder, wenn zum Abschluss der Sonntagspredigt zu der Demonstration Wem gehört Zürich? aufgerufen wird. Nicht zuletzt wird der Laden auch seinem Namenspatron gerecht und fungiert als Pilgerzentrum für die Muschelweggänger, gell Anton.

Jakobsweg, Wegweiser Jakobsweg


Voll Panne

28. März 2014

Das Panini-Fieber grasiert momentan heftig und führt zum rapiden Schwund des Sackgeldes. Natürlich blüht auch der Tauschhandel; Edel-Reservist Shaqiri ist dank Heimvorteils drei beliebig andere Kicker wert. Darüber hinaus spielen die Kids in der Zwergensiedlung so eine Art Schlagspiel, um rasch und günstig an noch mehr Bildchen zu kommen.

Panini, Panioni-Bilchen WM 2014, Panini 2014, Panini-Fieber

Zuerst legt jeder Duellant eines seiner Panini-Bildchen verdeckt auf den Boden, dann wird um den Erstschlag geknobelt und anschliessend mit der flachen Hand auf die beiden Bildchen geschlagen. Falls sich eines oder beide durch Schlagwirkung bzw. den kurzfristigen Unterdruck auf die Portraitseite drehen, sind diese gewonnen. Ansonsten wird solange weiter gedroschen, bis die Bildchen ihren rechtmässigen Besitzer finden. Freilich leiden die Bildchen unter dieser Behandlung etwas, aber kleben tut eh kaum einer…


Früelig

20. März 2014

Am 20. März 2014 neigt sich um 17:57 MEZ die kosmische Waagschale wieder einmal zugunsten der übersprudelnden Lichtquanten.

Kinderausflug, Chinsgi-Ausflug, Zweierreihen, Kindergarten

Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten –
dürfen ihn einmal sehn.

(Rainer Maria Rilke)


Freakshow

3. Februar 2014

Zur vierten Runde erschien viel Prominenz und es gab noch mehr Andrang. Doch ausser nörgelnd drängelnder Deutschen nahmen die übrigen Anstehenden die Geduldsprobe in der Warteschlange tapfer hin. Die peinlichen Nörgler forderten Eintrittskarten, auf welche die Organisatioren jedoch aus weiser Voraussicht verzichteten, weil sonst die Veranstaltung rasch ausverkauft wäre und ausser den glücklichen Kartenbesitzern das gemeinhin darbende Schachvolk sich nicht am Genuss grossmeisterlicher Schachdarbietung in gediegener Atmosphäre laben könnte. Helvetische Ega­li­tät ist mega.

Botschafter Charles Aznavour beglückte die armenische Gemeinde mit seiner Anwesenheit und alle Partien fanden eine finale Entscheidung. Nakamura stürzte sich gegen Aronian ins Schwert und gab einen Zug vor Schachmatt auf, Carlsen opferte Material, doch seine zentralen Mehrbauern waren danach frei genug, um die Begegnung mit dem Kronprinzen Caruana zu entscheiden. Gelfand fehlte am Ende schlicht die Zeit alle Komplikationen gegen Ex-Champ Anand korrekt durchzurechnen.

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Aznavour darf für Landsmann Aronian der ersten Zug ausführen

Die mittlerweile dritte Auflage der Zurich Chess Challenge ist eindeutig die attraktivste. Der Kampfeswille ist augenscheinlich und selbst wenn in der letzten Runde alle Partien unentschieden ausgingen, läge die Remisquote immer noch unter 50% Prozent — eher unüblich für Schach auf solchem Niveau. Und das Niveau ist verdammt hoch; nächsten Monat findet das so genannte Kandidatenturnier statt, in welchem der kommende Herausforderer für Meister Carlsen gefunden werden soll. Da will sich keiner eine Blösse geben und der Champ will zeigen, wo der Hammer hängt. Hammer Carlsen (“It was a fun game today”) hat es hier allen gezeigt und bereits jetzt einen neuen Ratingrekord aufgestellt.

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Aber warum trägt der Kerl immer das falsche Trikot?


Bête noire

1. Februar 2014

Der russische Juwelen-Höndler Oleg Skvortsov lud heuer wieder einmal zum Schach in Zürich und diesmal gleich sechs Topspieler inklusive des noch ziemlich frisch gebackenen Weltmeisters aus Norwegen ein. Somit ist das Zürcher Einladungsturnier das stärkste Turnier aller Zeiten. Der Andrang ist daher riesig, der Eintritt immer noch gratis und das Schach noch spannender, weil sich jeder mit dem neuen Champ messen will.

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Händedruck zu Beginn der Partie

Schach ist heutzutage vor allem ein Internet-Event und weltweit sind es zigtausende Schachfans, welche den Partien der Grossmeister online folgen. Die Schar der live übertragenden Journalisten ist für eine Randsportart recht imposant und in Norwegen wird Schach aufgrund Carlsens Popstarkalibers neuerdings selbst im dortigen Sport-TV gezeigt.

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Schach ist in Norwegen — wie Stricken — Fernsehtauglich

Der entfachte Medien-Hype um und dank der Werbeikone Magnus Carlsen zeigt deutliche Wirkung und auf Hemd und Sakko trägt der lässige nordische Held mittlerweile fünf verschieden Logos seiner Sponsoren.

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Nach der Partie: How in the world could I mess this up?

Beinahe aber wäre der Weltmeister in der dritten Turnierrunde gestrauchelt und sogar gefallen; zu arglos reagierte er auf einen wuchtigen Flügelangriff seines US-amerikanischen Kontrahenten, doch wie heisst es so treffend: nichts ist schwerer, als eine gewonnene Partie zu gewinnen.
Grossmeister Nakamura stand fast zwanzig Züge lang eindeutig auf Gewinn, bevor er es kurz vor der ersten Zeitkontrolle doch noch völlig vermasselte. Als dann der Meister aller Klassen am Drücker war liess er diesen nicht mehr los, sondern seinen Gegner kopfschüttelnd zurück.
Im Zürcher Spielsaal war der radikale Umschwung karmatechnisch direkt spürbar — das war Achterbahn auf 64 Feldern und mir als einfacher Klötzchenschieber alleine schon vom Zusehen noch auf der Heimfahrt schwindelig.

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Das Norwegische Sportfernsehen interviewt die Nummer 1

Im Privatduell Carlsen-Nakamura steht es damit nach Siegen 9-0 bei 15 Unentschieden. Zumindest kann man dem Top-5-Spieler Nakamura keinesfalls mangelndes Selbstvertrauen vorwerfen

Shit happens all the time, even on a chess board.


Wendezeit

21. Dezember 2013

Am 21. Dezember um 18:11 MEZ wendet scheinbar die Sonne. Zunächst bleibt der Tag abends etwas länger und nur ganz allmählich zieht sich bald auch die Nacht morgens merklich zurück.

Wintersonnenwende, Zeitgleichung Sonnenwende, Sonnenwende

Aufgrund der Neigung der Erdachse und der elliptischen Bahn unseres Heimatplaneten um die Sonne fallen die längste Nacht und der früheste Sonnenuntergang nicht auf den gleichen Tag. Gute zehn Tage vor der astronomischen Sonnenwende findet der früheste Sonnenuntergang statt; der späteste Aufgang erfolgt sogar erst Anfang Januar. Kurioserweise ist dann gleichzeitig mit diesmal 147.098.090 km Entfernung der für das gesamte Jahr 2014 kürzeste Abstand zur Sonne erreicht.