Fetisch Kosmos

8. Juli 2019

«Der Weg zu den Sternen» von 1957 ist ein schöner russischer Science Fiction Film von Pawel W. Kluschanzew, welcher zwar etwas langatmig beginnt, sich anschliessend aber rasch durch die Schwerelosigkeit bis zum Mond arbeitet. Anschaulich wird die rasante Entwicklung der Raketentechnik in der UdSSR bis zum Sputnik beschrieben und umwerfend phantasievoll, jedoch immer wissenschaftlich bleibend der kosmische Faden sehenswert weitergesponnen. Heute ulkig wirkende Trickaufnahmen, tolle Outfits und schicke Story. Unbedingt anschauen!


Delikat Essen LXXXV

1. Juli 2019

Die gutmeinenden Warmduscher der Deutsche Bahn stellen für ausfällige Klimaanlagen im Regionalverkehr kistenweise Mineralwasser als Kompensation zur freien Verfügung ihrer hitzegeplagten Fahrgäste. Dass das Wasser im hochtemperierten Zug in den PET-Flaschen ebenfalls fast den Siedepunkt erreicht, scheinen die arglosen Bähnler eher nicht bedacht zu haben. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint…


Heilungsbiotop

1. Juni 2019

Nex Age Spinner Duhm & Lichtenfels fantasieren über freie Liebe.


Meet Shalva

17. Mai 2019

ESC am Schabbes in Israel — da kräuseln bereits im Vorfeld die Empörungswellen und Frontrunner (West-) Jerusalem wurde auf der Zielgeraden durch das hedonistische Tel Aviv ersetzt. Die Kirmes in Sachen weitgehend talentfreier Zurschaustellung hat heuer noch ein weiteres Opfer gefunden. Aus religiösen Gründen trat die Hausband eines israelischen Behindertenwerks nicht im nationalen Finale an, obwohl es bereits dort beste Siegchancen besass. Die Botschaft ist orthodox, selbst Sabbat-taugliche Mikrophone wurden erörtert, aber die ganze Chose vom Rabbinat letztlich nicht gut geheissen. Die federführende Eurovision bestand auf dem Sonnabend als Tag des Grand Final, fertig. Der Sieg beim ESC wäre nach den ganzen barttragenden Queers und der wiederkäuenden Regenbogenkfolklore einer sichtlich eingeschränkten Combo mit seichtem aber massentauglichem Liedgut nur schwer zu nehmen gewesen, Mitleidsbonus eingerechnet. Jetzt bleiben die australische Diva mit windverwehten überlangen Kleiderfetzen im Dementorenlook auf beweglicher Fiberglasstange, die verwirrend verwegenen Isländer und natürlich der Gewinner aus Aserbaidschan, falls der hüftsteife Kühlschrank mit dem von Roboterlasern holografierten Kunstherz in den gerade noch erträglichen drei Minuten etwas ansehnlicher performt. Allemagne moins de douze points en totale, CH wird locker das dreifache einsacken. Malus < Bonus. France sans chance, bleibt mein ewiger Favorit Srbija. Und hoffentlich sahnt nicht eines dieser unsäglich schmachtenden Duos oder Trios ab, doch beim ESC hat noch immer die momentane Geschmacksverwirrung gewonnen. ESC ist egal.

 

Why this Israeli band of disabled musicians said no to Eurovision


Görligörli

13. Mai 2019

Gepflegter Vollbrass im Herzen Kreuzbergs:

Die Meute stammt aus Hamburg und groovt gern lautstark.


Best by test

28. April 2019

U-Bahn Werbung in Berlin:

THC, Cannabioltest

Auf den ersten Blick verwechselt die Charité klar Ursache und Wirkung.


Kitschkrieg

19. April 2019

Für die christliche Bewegung sind Kreuzigung und Auferstehung die Hochzeit des Jahres, noch vor Weihnachten führt Ostern mit 3 zu 2 Feiertagen. Die Dialektik von Sühne und Hoffnung, die sich so vortrefflich ins Unterbewusstsein meisseln lässt und das tragische Drama, in welchem der Held wehrlos und verraten, aber aufrichtig dem Tod entgegen geht, fördern die Legende. Im Drehbuch klare Rollenverteilung: Kaiphas und Pontius P – Jude und Heide als miese Bösewichte, der Todesstrafe fordernde Mob bekommt den Schwarzen Peter. In wohl keiner neuzeitlichen Religion steht der Tod als Opfer so im Zentrum der Verehrung. Kultisch als Erlösung codiert ist er blosse metaphysischen Etappe. Dass einer für alle quasi reinigend stirbt, ist eine ziemlich komplexe und clever durchkombinierte Geschichte.

Kitsch as Kitsch can – fake Heiligenbild:

Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute.

Nun wurde seit jeher die tatsächliche Existenz des annoncierten Messiahs hinterfragt und die Zweifel am Dualismus von Tod und Auferstehung blieb systemisch den Säkularen und Andersgläubigen überlassen. Laut Talmud wird er nur «jener Mann» genannt, sei Sohn einer Hure und wurde als falscher Prophet und Verführer Israels angeklagt und gehängt. Im Koran wird ʿĪsā ibn Maryam als Prophet anerkannt, doch nicht dessen Tod am Kreuz. Wobei die islamische Fraktion der Ahmadiyya sogar behauptet, dass Jesus alias Yuz Asaf nach seiner Wanderung schliesslich in Kaschmir begraben und seine Wiederkunft spirituell in Gestalt ihres Religionsgründers erfolgt sei.

Eine neue Facette offeriert nun Historiker Johannes Fried, indem er wissenschaftlich herzuleiten versucht, dass der komatöse Jeschoa bei der Kreuzigung keineswegs gestorben, sondern mit Hilfe von Nicodemus, Myrrhe und Aloe (John 19) wieder genesen und anschliessend untergetaucht sei. Die bei Kreuzigungen oftmals zum Tode führende Erstickung sei dabei auf Golgatha aufgrund des Lanzenstichs eines römischen Soldaten unbeabsichtigt verhindert worden, da nun Wundflüssigkeit aus dem Thorax entweichen konnte und das Atemorgan wieder den notwendigen Platz erhielt. Die Auferstehung also erklärbar und höchstens ein medizinisches Wunder, Himmelfahrt dann schlicht die Flucht des Wanderpredigers. Frieds Indizienkette ist logisch schlüssig, lässt sich Neutestamentarisch halbwegs begründen, bleibt historisch jedoch unbelegt.

Legendenbildung als Geschäftsidee

Glaube und Wunschdenken gehen einträchtig durchs gelobte Land. Jerusalem-Syndrom nur Hilfsausdruck. Der Bibelkritik und Jesus-Forschung bleibt weiter genug Raum für abenteuerliche Spekulation und Interpretation und diese findet ihren Markt, da Thema und Deutung Nachfrage sowohl bedienen wie schaffen. Religiöse Spinner waren immer, und schon immer finden sie Zulauf. Apokalypse, baby.


Frauen*streik

10. April 2019
Woman is the nigger of the world. (Yoko Ono 1969)

Zum 14. Juni 2019 wird in der Eidgenossenschaft von den Gewerkschaften, verschiedenen Parteien und feministischen Gruppen zum nationalen Frauenstreik aufgerufen. Vor fast 30 Jahren führte ein  auch von bürgerlichen Schichten getragener Streiktag in der Folge immerhin zu einem formalen Gleichstellungsgesetz. Dessen mangelhafte und noch lange nicht vollständige Umsetzung soll am diesjährigen Streiktag deutlich thematisiert und auf die weiterhin bestehende Lohnungleichheit, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und ungleiche Verteilung von Care-Arbeit protestierend hingewiesen werden.

Für Männer gibt es eine korrekte Hilfestellung von sozialismus.ch:

Woman is the slave to the slave. (John Lennon 1972)

Zwinglisch

8. April 2019

Der olle Wintermann musste sich zum Zürcher Frühlingsfest Sächsilüüte eine Zwinglikappe überziehen, bevor es ihm den mit Schwarzpulver ordentlich gefüllten Grind als beliebtes Sommerorakel schlussendlich krachend zerriess. 1064 Sekunden hats dann doch gedauert, eine eher mittelmässige Prophezeiung fürs Zwingli-Jahr 2019 also. Diese aber darf wegen Klimawandel getrost noch etwas angepasst werden. Weil Aberglaube bringt Unglück. Sowieso. Seltsam bleibt auch, dass bei dem kostümierten Umzug weiterhin nur Männer paradieren, während willfährige Frauen diesen auf dem Weg Blumen überreichen. Wohl gibt es eine Frauenzunft, welche jedoch nicht offiziell, sondern nur als Gast und bis 2022 befristet verschämt mit tun darf. Den sturen zünftigen Patriarchen sollte es mal ruhig den ganzen Sommer verhageln…


Prima Klima

6. April 2019

Früher war no future heute more. «Gopfrid Stutz jäzz Klimaschutz!» lautet eine der Parolen. Auffällig viele Grosseltern und Eltern. Samstags muss kein Unterricht oder Job geschwänzt werden, und so sind es zu Zürich sicher um die 20.000 Mitläufer.

Kleine und grosse Leute, rote und schwarze Fahnen, Pfadis aus Belgien («On est plus chauds que le climat!») und klimastreikende Frauen, die schon jetzt zum Frauenstreik am 14. Juni aufrufen. Manche müssen erst noch lernen ihr Transparent

plakativ zu gestalten, andere sind Dosenbier trinkend schon nach wenigen Metern nicht mehr ganz klimaneutral und ziemlich heiser. Einige grüssen, Kundschaft aus der weiten Gemeinde und ich frage mich, wo und wie man den Funk nach Frankfurt zur Zeitmessung unterbricht. Eine Turmuhr zeigt in der Stadt bereits fünf vor zwölf.

Alle sind gut drauf, sogar die Nachhut, welche mit Abfallgreifern und Kübeln ausgerüstet all das aufsammeln, was die Vorgänger auf dem Weg verloren bzw. liegen haben lassen. Saubere Sache denke ich noch, Schweiz nur Hilfsausdruck.


LichtKraftTelephon

23. März 2019


Einsamkeitsministerium

17. März 2019

Der künftige Single-Staat United Kingdom hat clever vorgesorgt:

The U.K. has appointed a minister for loneliness to deal with what Prime Minister Theresa May called “the sad reality of modern life” for too many people.

in 2017 a British commission found that nearly nine million people in the country either often, or always, feel loneliness — a condition that can have harmful health repercussions.

“It’s proven to be worse for health than smoking 15 cigarettes a day,” Mark Robinson, head of Age UK, Britain’s largest nonprofit working with older people, told the Times.


Ficus religiosa

12. März 2019

1’m 50 h4ppy ‘c4u53 70d4y 1 f0und my fr13nd5
7h3y’r3 1n my h34d
1’m 50 u6ly, 7h47’5 0k4y, ‘c4u53 50 4r3 y0u
w3 br0k3 0ur m1rr0r5
5und4y m0rn1n’ 15 3v3ryd4y f0r 4ll 1 c4r3
4nd 1’m n07 5c4r3d
l16h7 my c4ndl35 1n 4 d4z3 ‘c4u53 1’v3 f0und 60d.


Couleur3

2. März 2019


Welsches Gefährdungspotential gemäss App-Store


Rätselbibel

25. Februar 2019

Kryptobotschaft am Bahnhof Wiedikon


Delikat Essen LXXXIII

15. Februar 2019

Metzgete (währschafte Schlachtplatte) ist selbst in Bio bluttriefend jedoch ansehlich illustriert vom Schiwago/Zürich. Tag des Blutes am 24.03.2019!


Jogida

11. Februar 2019


New World Order

21. Januar 2019

Planetenenstehung, Planetdisks, New World

Planetengeburtstationen as seen by ALMA
(Atacama Large Millimeter/submillimeter Array)


bauhaus 100

14. Januar 2019

neues von wittmann/zeitblom. diesmal zu 100 jahre bauhaus:

adaptiver apaprat – nice catch via screenshot

gegenwart zukunft postmoderne. zeitreise in sachen kunst & technik. menschmaschine & wohnmaschine. transzendente spiritualität unbedingt. gesichtsklangplastik. raumzeit. selbstheilung durch kunst. innere oktaven. immersive audiocollage. stereofonie total. binaural & leibhaftig in B (D).


Eiszwerge

2. Januar 2019

Mit Peanut Ultimate Thule als Planetesimal hat die NASA ihren Spass. Mal schauen, was für Früchtchen im Kuipergürtel noch auf die Sonde warten…