Nacktwundern

30. Mai 2010

Manches macht der Schweizer lieber im Verborgenen: Löcher in den Käse schnitzen, laut lachen und Geld zählen. Anderes hingegen völlig überraschend füdliblutt in der Öffentlichkeit.

Das Wandern ist auch des Schweizers Lust und diese wird ganz salopp in Gottes freier Natur befriedigt.

PS: Begründung des (vorläufigen) Freispruchs hier. Deutsche Netzpräsenz der federlosen Wandervögel dort.


Integrationsrechnen

27. Mai 2010

Um den ungehobelten teutonischen Invasoren eidgenössische UnterwürfigkeitHöflichkeit beizubringen, hängt man in Zürich jetzt solche Plakate:

Mir macht der augenzwinkernde blondbärtige Onkel irgendwie Angst — ob die Rechnung auf beiden Seiten tatsächlich aufgeht?

Switzerland zero two pointsLa Suisse zéro deux points.

Bitte, wenn es keine Umstände macht, könnte hier vielleicht noch der eine oder andere Brüller versteckt sein.


Ampelmännchen

26. Mai 2010

machen in der Oranienstrasse in Berlin keine Kaffeepause, sondern marschieren schnurstracks weiter zur nächsten Grünphase.


Bolle wird Moschee

22. Mai 2010

Anlässlich des Kreuzberger 1. Mai-Festes 1987 wurde der Bolle-Supermarkt am Görlitzer Bahnhof erst geplündert und anschliessend gebrandschatzt. Lange Jahre war der Platz ein bis auf die Grundmauern niedergebranntes Menetekel.

Pünktlich zum 8. Djumâda I-´Âkhirah 1431 und nach gefühlten 10 Jahren Bauzeit eröffnet auf der einstigen Ruinenbrache nun die Omar Moschee. Mit vier recht unscheinbaren Minaretten auf dem Dach aber einer begrünten (!) Kuppel.

Leitthema des Eröffnungsfestes war der Döner Kebap auf fünf rotierenden Freiluftspiessen vor dem Haus

fünffacher Dönerdrehspiess

die sich im Haus umgekehrt proportional in den gigantischen Kristallleuchtern quasi widerspiegelten.

Dönerhafte Riesenluster

Die BVG machte Sonderfahrten und oben am Himmel lachte gar ein halber Mond wie auf Bestellung.


Minarettgebot

20. Mai 2010

In der Schweiz dürfen gemäss einer Volksabstimmung keine Minarette mehr gebaut werden.

In Berlin-Kreuzberg hingegen wird auf einem Spielplatz in der Wrangelstrasse sogar eine Moschee aufgebaut.

Welcher Sünder ist für diese Kinderspielplatzmoschee verantwortlich?


Aschemonster

17. Mai 2010

und Morlock machen Pause, und das ist gut so!

Aschemonster mit integriertem Morlock


Sterbehilfe

14. Mai 2010

und ihre Ursachen, Wirkungen und Folgen — heute erklärt von Revolutionsführer G aus L:

Die Schweiz ist ein Staatswesen, das außerhalb der Weltgemeinschaft steht. Sie ist an keine EU-Regeln gebunden. Es ist gut, dass sie 2002 der UNO beigetreten ist. Aber die ganze Zeit vorher war sie das nicht. Warum? Sie wollte über dem internationalen Gesetz stehen. Und das hat die Schweiz zu einer Mafia gemacht.

In der Schweiz wird Geldwäsche in großem Stil betrieben. Wer eine Bank ausraubt, legt das Geld nachher in der Schweiz an. Wer vor der Steuer flieht, geht in die Schweiz. Wer sein Geld auf geheimen Konten deponiert, geht in die Schweiz. Und eine große Zahl von Besitzern solcher Geheimkonten sind unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen.

Die Schweiz ist das einzige Land, das Sterbehilfe erlaubt. Warum tut das nur die Schweiz?

Eine Reihe von Leuten ist unter diesem Vorwand gezielt aus dem Weg geräumt worden. Die Schweiz behauptet, die Betreffenden hätten den Wunsch geäußert, sich das Leben zu nehmen. Dabei ging es in Wahrheit darum, an ihr Geld heranzukommen. Mehr als 7000 Menschen sind auf diese Weise gestorben. Ich rufe deshalb dazu auf, das Staatswesen der Schweiz aufzulösen. Der französische Teil sollte an Frankreich gehen, der italienische an Italien und der deutsche an Deutschland.

Original-Interview

Tolle Idee, bloss — wer kümmert sich nun um die armen Räto-Romanen?

Und warum nicht der deutsche Teil an Italien, der französische an Deutschland und der italienische an Frankreich. Oder der deutsche an Frankreich der italienische und französische an Deutschland und Räto-Romanien an Südtirol. Oder umgekehrt.

Am besten aber tritt Deutschland irgendeinem Teil bei und annektiert das Tessin und führt die Lire wieder ein und kauft sich mit schwarzem CDU-Geld schleunigst die Kykladen.


Vaterstolz #2

13. Mai 2010

Scotty, beam us up!


Tote Hose

12. Mai 2010

Aufgrund der überraschend grossen Nachfrage wird die Schwingen-Serie fortgesetzt — heute mit dem Portrait einer Hose:

lässig abgelegte Schwingerhose, gebraucht

Schwingen wird im Schweizer Volksmund auch Hosenlupf genannt. Die Schwingerhosen aus strapazierfähigem Sackleinen werden vor dem Gang angelegt und mit einem Ledergürtel fest gegurtet.

Die Schwinger fassen sich zu Kampfbeginn gegenseitig mit einer Hand an den rückwärtigen Saum der Schwinghosen. Während des Kampfes wird versucht den Gegner durch Ziehen und Zerren an der Hose aus dem Gleichgewicht zu bringen, um einen entscheidenden Schwung anzusetzen. Ein Sieg durch bodigen ist nur dann gültig, wenn mindestens eine Hand des Siegers an Hose oder Gürtel des Gegners Griff hält!


Anschwingen

10. Mai 2010

Das 100. Zürcher Kantonalschwingfest in Wald/ZH wurde nun tatsächlich mein erstes! Der Wetterbericht erlaubte die Ausrichtung kurzfristig — tatsächlich gab es wegen Wetterunsicherheit eine telefonische Auskunft ab 5 Uhr in der Sonntagsfrüh und einen Ausweichtermin.

Erster Eindruck vom Festgelände von hinten

Geschwungen wurde auf dem örtlichen Sportplatz in fünf Sägemehlringen um den Hauptpreis Zucht-Stier Caruso:

Zuchtbulle Caruso in seiner Box hinterm Festzelt

Der Bulle Caruso wurde mit den anderen Lebendpreisen während des Schwingens auf den Platz geführt und dem Publikum vorgestellt. Bestimmt verlieh das Erscheinen von Caruso den Schwingern zusätzlichen Antrieb.

Caruso & Co. im oder am Ring

Im reichhaltigen Gabentempel waren diverse Schreinerarbeiten, Haushaltselektronik, Kuhglocken, Fahrräder, Sportschlitten aber auch iPhones ausgestellt. Für jeden der Schwinger gibt es am Ende einen Preis, selbst für den Letztplatzierten.

prüfende Blicke im Gabentempel

Ex-Teletubby und jetzt Bundesrat mit Zuständigkeit für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport Ueli Maurer war als Ehrengast geladen, schliesslich wohnt er direkt um die Ecke und steht mit seiner Partei sowieso für das eher Bodenständige. In seinem Grusswort offenbarte der Maurer Ueli ihm gäbe ja so eine Veranstaltung viel Kraft für seine Arbeit in der Bundesstadt Bern, weil er die benötigte Kraft gerade an solchen Orten zu solchen Anlässen tanken könne, aber nicht etwa von den hier tätigen Schwingern, sondern von uns ziemlich Gewöhnlichen. Ueli ein Vampir? Er sieht ja ein wenig so aus…

Das Wetter spielte prima mit und pünktlich zur Finalrunde gab es ein heftiges Gewitter, welches den Platz flugs von Neugierigen leerte und das Festzelt blitzartig mit den Flüchtenden flutete. Die Schwinger schwangen tropfnass munter weiter.

Der ultimative Schlussgang war dann kaum zu beobachten, weil Rasenplätze und Holztribüne zu nass zum abhocken und Stehplätze mit freier Sicht rasch vergeben waren. Immerhin bekam ich mit, wie der Toggenburger Abderhalden Urs gegen den Bündner Clopath Beat schnell in Rücklage geriet, verzweifelt versuchte eine Brücke zu halten, dem Druck aber schliesslich nicht mehr gewachsen war und gebodigt wurde. Aus, vorbei und Jubel beim Publikum weil quasi Überraschungssieger.

Zusätzlich zu den Lebendpreisen gab es für die besten Schwinger noch was auf den Kopf, nämlich einen plastifizierten Eichenlaubkranz. Auf den Zuruf “Krönen!” wurden den vor Dirndelmädchen in ritterlich knieender Haltung verharrenden Schwingern diese Auszeichnung verpasst. Einen solchen Kranz bei Schwingerfesten zu erringen gilt als Erfolg und die Anzahl der gewonnen Kränze gemeinhin als Gradmesser für die Fertigkeiten des Schwingers.

Plaste und Elaste aus Schkopau?

Zusammen mit der vorzüglichen Bratwurst hinterliess meine Premierenschwinget einen währschaften Eindruck. Besonders effektvoll ist das dumpfe Geräusch beim Aufschlagen der massigen Körper auf dem Sägemehlteppich. Dazu ein Jodelchor, Fahnenschwinger, Alphornbläser, Blasmusikkapelle, Gewitterdurchzug — herrlich exotisch det janze!