Fragezeichen

28. Oktober 2010

Plakataktion in der Binz, Zürich von/mit Félix González-Torres.


Hoppelschwiiz

27. Oktober 2010

Stella ²!


Delikat Essen XXIV

22. Oktober 2010

Meditative Pizza in der Zürcher Seebahnstrasse


Legalizeit

20. Oktober 2010

Anfang November wird in Kalifornien über die völlige Freigabe von Cannabis abgestimmt. Damit wird auch die Entscheidung gefällt, ob im US-Bundesstaat die Kreuzung Swiss Sativa mit einer Schoggi-Geschmacksnuance legal angebaut werden darf.

Die Zahl der Yay-Sayer dürfte dort drüben ähnlich hoch sein wie in der Schweiz, wo 2008 eine Legalisierungs-Initiative immerhin 36,8 Prozent Zustimmung erhielt. Hinterliesse der in Bälde abtretende Gouvernator ein Kifferparadies, wäre dies zweifellos eine reine Skurrilität.

Cannabis wird zunehmend gesellschaftsfähig und für die selbstgebastelte Heimorgie hier noch ein paar mutige Cocktails.

Bom schankar.


Bilderrätsel

18. Oktober 2010


Zugluft

17. Oktober 2010

Inszeniertes Hochamt mit Durchschlag. Höhlenmenschen im medialen Taumel. Schnäbelnde Bundesräte mit feuchten Augen. Weihwasser und Dosenbier. Roman Signer jagt 100 gelbe Bauhelme in die Luft. Patrouille Suisse düst trotz Hochnebels lautstark Formation. Tunnelbohrmaschinen sind deutsch und weiblich. Tunnelbauer überwiegend männlich, deutsch, österreichisch, südländisch und ausländisch.

«Der Berg ist gross. Wir sind klein.» (Bundesrat Leuenberger)


Verschnupft

15. Oktober 2010

Duen nöd kiffe, sondern sniife!

Bier macht dick,
Schnapps macht chrank,
duen ä nöd kiffe,
sondern sniife!

Priiis!!


Grössenwahn

9. Oktober 2010

Im Zuge der weltweiten Finanzkrise wurde seit 2008 jede Menge Kohle verheizt, um einen drohenden Kollaps zu verhindern. “Global banks are global in life, but national in death” stellte der Chef der Bank of England dazu lapidar fest. Es erschien volkswirtschaftlich rentabler marode Grossbanken staatlicherseits zu stützen oder gar aufzukaufen, als angesichts eines nationalökonomischen GAUs eine Weltwirtschaftskrise durch Domino-Effekt zu riskieren. Die tradierte Krisenerfahrung innerhalb der Bankenwelt — der Staat wird im Notfall schützend eingreifen — wurde so in ihrer Gewissheit weiter bestärkt.

Jungbroker feiern Kasino-Kapitalismus

Grossbanken erhalten Fremdkapital zu vergünstigten Zinsen aufgrund der quasi staatlich garantierten Kreditwürdigkeit. Mit dem billigen Geld gehen die Bonusjunkies enorme investive Risiken ein, wobei wiederum staatliche Hilfe bei Misserfolg in die Kalkulation mit eingeht. Eine möglichst niedrige Eigenkapitalquote erhöht die Rendite und die Spekulation mit geliehenem Geld ist dank Hebelwirkung hochattraktiv. Ein eventuelles Scheitern systemrelevanter Grossbanken hinterlässt ein volkswirtschaftliches Fiasko — die Staatsfinanzen von Island und Irland lassen grüssen.

Hinzu kommen handwerkliche Fehler:

Es steht doch fest, dass die Krise von Finanzspezialisten verursacht wurde, die perverse Risikoberechnungen angestellt haben. Und die Banker, letztlich wir alle haben diesen mathematischen Modellen vertraut. Nun muss man wissen, dass viele dieser Spezialisten ehemalige Mathematiker und Physiker sind, Männer und Frauen also mit meiner Ausbildung.
Tatsache ist, dass vor allem die zweitklassigen Physiker zu den Banken abgewandert sind. Kein Wunder, haben die jetzt, ich kann es nicht anders sagen, Scheisse produziert. Die haben vor allem davon profitiert, dass kein Mensch verstand, was sie eigentlich taten. Erstklassige Physiker hätten solche Modelle niemals entworfen.

(aus einem Interview mit dem Astrophysiker Ben Moore)

 

In der Schweiz übersteigt die aktuelle Bilanzsumme der beiden Grossbanken Union de Banques Suisses (UBS) und Credit Suisse (CS) die inländische Wertschöpfung um das vierfache! Die Bilanzsumme der Deutsche Bank beträgt immerhin 80% der deutschen Wirtschaftsleistung.

Im testosterongesteuerten Finanzgeschäft dominiert die triebhafte Lust an Unterwerfung, Gier und Herrschaft und neigt systembedingt zur Übertreibung. Die zwitterhaft entstandene Finanz-Aristokratie mit ihrem ausgeprägten Individualismus als subjektiven und absoluten Massstab hat einen verzerrten Blick auf das grosse Ganze. Eine Zerschlagung der too-big-to-fail-Banken ist notwendig, um dem assymetrischen Risikogebaren (wenn es schief geht passiert nix, wenn es gut geht, rollt der Rubel) den Boden zu entziehen.

Das ganze Finanzsystem beruhte schon immer darauf, dass die “kleinen Leute” ALLES zahlen: Wer zahlt Miete? Wer bringt sein Geld auf die Bank? Wer zahlt Zinsen und Renditen auf alles mögliche? Wer arbeitet für den Reichtum der Reichen? Wer zahlt Steuern? Schlimmer kann es sowieso nicht mehr werden. Nur die Wege, wie das Geld zu den Banken und Reichen fliesst, ändern sich etwas. Immer Trickle-Up.

(Leserbriefschreiberin Nadine Binsberger)


Delikat Essen XXIII

4. Oktober 2010

Siebenschüssiger Kaltmacher im Café Remor, Gèneve.


Loch Mega

1. Oktober 2010

Das Loch an sich ist eine Schweizer Spezialität: das berühmte im Käse, das experimentelle Schwarze, das finanzielle Schlupfloch und sogar die Wohnmaschine heisst Loch-er-gut. Manchmal allerdings misslingt das Lochen und ein Rumoren bleibt.

Hierzulande werden die siebartig durchlöcherten Berge bloss noch vom Zement der Tunnelröhren vor dem Zusammenfallen bewahrt. Für das einsturzgefährdete Gotthard-Massiv erfolgt Mitte Oktober der Durchstich zu einer gleich doppelt angelegten Querverstrebung im Rahmen der NEAT. Bei einem aktuellen Bodycount von acht wird die neue Betonröhre mit 57 km Länge durch den Gotthard neuer Weltrekordhalter für stabilisierende Querverstrebungen mit Lochcharakter.

Die vom Lochojochen Joken aus B in D freudig erwartete und ursprünglich als touristische Attraktion geplante Porta Alpina mit Vertikallöcherung nebst Lifteinbauten und Imbissstuben wurde kurzfristig auf Eis gelegt: wegen einer Temperaturdifferenz zwischen Innenloch und Aussenwelt von bis zu 50 Grad Celsius bekamen die lokalen Lochfans kalte Füsse und Zugluft.