Restessen

Die liebenswerte Susanne Hofer hat unlängst in der Shedhalle (Rote Fabrik Zürich) wieder einmal performt:

abendmahl

Zum Abschluss der Ausstellung NAHRUNG hat die Hofer von einem reichhaltig aufgetischten kalten Buffet gekostet und dazu ein paar Flaschen Champagner knallend entkorkt und lediglich angetrunken. Die Aktion wurde mit Nahaufnahmen von einer Videokamera auf eine Leinwand gross projiziert. Nach einer guten Viertelstunde wählerischer Autogustation untermalt von mikrophonverstärkten Schmatzern nebst Befreiungsrülpsern hat sie dann fein säuberlich reinen Tisch gemacht und alles, wirklich alles polternd in eine scheppernd herbeigeholte Blechtonne abgeräumt!

Verhaltener Applaus und leichte Irritation. Die künstlerisch überzeichnete Widerspiegelung von Überproduktion und Nahrungsüberfluss auf der einen Seite der Tonne, auf der anderen Seite der Blick in die Tonne war für mich zunächst mental schwer verdaulich.

Beim Zuschauen zuvor hatte ich Appetit bekommen und mir nach dem Ende der Hoferschen Darbietung den einen oder anderen Happen aus der gut gefüllten Blechtonne gefischt. Susanne hat uns Hungernde mit “Ist wirklich alles ganz frisch und lecker!” dazu ausdrücklich ermutigte. Ich war mir beim Probieren nicht ganz sicher, ob das aus-der-Tonne-essen inhaltlich noch zur Performance gehörte — der meist augenzwinkernden Susanne trau ich dies aber unbedingt zu.

Die feinen Happen aus der Tonne haben den provokativen Nachgeschmack der Aktion immerhin ein wenig abgemildert…

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