Zürcher Stadtderby

Der amtierende Schweizer Fussballmeister FC Zürich hält sich hartnäckig am Tabellenende der Schweizer Nationalliga, trotz Straftrainings auf dem Trainingsgelände vor der Bruchbude im Letzigrund. Vielleicht sollten die Jungs besser unter dem einsturzgefährdeten Stadiondach trainieren.

Straftraining hinter Gittern

Zum Derby gegen den Grasshopper Club Zürich brachte ich mich selbst als Glücksbringer mit, hatte ich schliesslich als fremdfreudiger Stadionbesucher in der laufenden Saison eine bislang makellose Bilanz (gegen den Letzten und Vorletzten) aufzuweisen. Stadtderby heisst Volksverein gegen Bonzenverein, verspricht ein annähernd volles Haus was wiederum erhöhte Sicherheitskontrollen und beengten Zutritt nach Wartezeit bedeutet.

Menschenauftrieb

Die klaustrophobische Eintrittskontrolle hinter mir (klar wurde ich ob meines gefährlichen Aussehens abgetastet – der sieht ja wie ein alkoholfreier Balkonraucher aus, der hat bestimmt Pyrotechnik dabei…) kamen heftige Atembeschwerden: die Mannschaften betraten gerade den Rasen, da fackelten die Zürcher aus der Südkurve nicht lange und brannten ihr irgendwie rein geschmuggeltes kunterbuntes Feuerwerk ab — dichter rotgelbweissblaubrauner Rauch, welcher sich unter dem Tribünendach nicht ganz so leicht verflüchtigte. Zugegeben, der Volksverein ist halt auch ein Chaotenverein.

klarer Pyrosieg

Kaum hatte sich der beissende Qualm verzogen, schossen die Grasshoppers bereits das erste Tor. Eine Minute später gab es Penalty für den FCZ, lässig in die Mitte gelupft, Torwart in der Ecke – 1:1. Mitte der ersten Halbzeit dann das vollauf verdiente 1:2 — die Grasshopper hüpften mannschaftlich einfach besser auf dem Rasen herum. Glück für den gastgebenden FCZ mit nur einem Tor Rückstand in die Pause zu gehen; dass hier der Tabellendritte gegen den Drittletzten spielte war leider allzu offensichtlich.

Der FCZ-Trainer hörte wohl meine Halbzeitanalyse und nahm nach der Pause den schwachen 10er vom Feld und brachte die Nummer 8. Die belebte das Spiel zusehends, der FCZ kämpfte fortan und das Spiel war ausgeglichen — auch dank des Ausgleichs zum 2:2. Mit diesem Resultat hatten sich die Grasshoppers vermutlich angefreundet, aber nicht die Spieler des FCZ, von denen einer in der letzten Minute den glücklichen Siegestreffer mit einem Hinterkopfball erzielte.

Wow! Jubel. Trubel. Heiserkeit. Zumindest in der Südkurve und bei mir: drei Spiele, drei Siege, der FC Zürich sollte mich als Maskottchen aufstellen.

So sehn Sieger aus, scha-lala-lala!

4 Responses to Zürcher Stadtderby

  1. neumann sagt:

    der sieht ja wie ein alkoholfreier Balkonraucher aus, der hat bestimmt Pyrotechnik dabei… na ja , mit dubler kann er ja auch noch werfen.

    Man sollte auch mal den Aschenbecher in der Raucherecke saubermachen, liebe Traumschaumredaktion.

  2. swisspa sagt:

    Die Raucherecke bleibt zumindest bis zum Inkrafttreten des absolut generellen totalen Rauchverbotes in der Eidgenossenschaft zum 1. Mai 2010 so wie sie ist bestehen.

    Vielleicht ist anschliessend dort ein sauberer Platz für Franck Ribéry und seinen Eckball.

  3. tom sagt:

    Au Back’e, da bricht der “Wir san wir” Fan wieder durch.
    Ich dachte Du bist geheilt.

    • swisspa sagt:

      Akuter Rückfall.

      Wenn ein Eckball, der zum Mond und zurück fliegt, von einem Käskopp nur angeditscht werden muss, um mit Warp-3 ins Tor zu zischen, dann hat der Franck eine Ecke für seinen Ball verdient.

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