Next Impact

Am Freitag den 13. April 2029 werden sich die Erdbahn und die Flugbahn von Asteroid Apophis kreuzen – bei einem Abstand von ca. 10% der Monddistanz, also knapp 37.000 km wird der auf 330 bis 370 Meter geschätzte steinerne Brocken bei guten Bedingungen sogar für das Auge sichtbar sein. Was dann noch knapp vorbei gehen sollte, könnte beim folgenden Date in 2068 zum Streifschuss, wenn nicht Volltreffer werden.

Die Prophezeiung der Nachtigall

Neuesten Bahnberechnungen zufolge ist momentan eine jährliche Verschiebung von 170 Metern Richtung Heimatplanet erkennbar, was der fortwährenden Annäherung des kosmische Besuchers an die Sonne geschuldet ist. Sollte diese Abweichung weiter anhalten, wird der Superbolide aka Gott des Chaos zumindest durch die die Erde umzäunende Satelliten-Hecke fräsen. Allerdings wird das noch zuvor anstehende Rendezvous 2029 einen bislang nicht gesicherten Effekt auf die künftige Reise des Erdbahnkreuzers haben. Vielleicht fungiert ja die jüngst aufgefundene Metall-Stele in den Bergen Utahs als Peil- oder Störsender. Entfernt.

Im Worst-Case-Szenario stünde jedenfalls die prophetische Brigade im gut getarnten Nachtigall-Imbiss zur fatalistischen Schicksalsdeutung allzeit bereit. (edit 2020-12-01) Oder eine Ersatz-Stele.

Himmelszeichen

Astrologische Rätselrunde schafft es zumindest in den Untertitel:

Zum Glück sind es immer noch Astronomen, die Kometen entdecken und beobachten. Astrologen sind oft in Kreuzberger Falafel-Buden zu finden, und haben im Frittierdunst metaphysische Erwartungen nebst spiritueller Erscheinungen. Jedenfalls ist der sich im «Todeskampf am Abendhimmel» befindende Komet ATLAS sehr bald  wieder zerbröselte Geschichte. Der neue kosmische Held am Frühjahrshimmel heisst nun zwar nicht Mahdi, sondern wissenschaftlich trocken C/2020 F8 SWAN, aber wäre so gerade noch mit unbewaffnetem Auge beobachtbar, falls er sich von unserer Sonne schön erwärmt nicht ins Nichts vaporisiert.

Intermeditation

Was warum wie aussieht, wenn der Blick auf bzw. in ein Schwarzes Loch fällt, zeigt dieses kurzweilige Erklärvideo in erkenntnisreicher Weise. Richtig schräg wird die Sache dann gegen Ende, sobald die Anschaulichkeit quasi von hinten durch die Brust direkt ins Auge geht.

 

If you feel you are in a black hole, don’t give up.
There’s a way out.

(Stephen Hawking 2015)

Wandelsterne

Ursprünglich sollte die Kometenmission Rosetta der ESA den (nach Klick!) zeitgerafft rotierenden 4P/Wirtanen besuchen. Durch eine Fehlfunktion einer Ariane-Rakete war das Zeitfenster für einen Besuch nicht mehr einzuhalten, sodass stattdessen bekanntlich Churyumov-Gerasimenko anvisiert und der Kometenlander schliesslich dort ausgesetzt wurde.

Wirtanen, Komet 2018

Farnham et al. (CBET 4571) report a rotation period of 8.91 hr, based on the coma morphology seen in CN (see figure). Repetition over at least eight rotations is consistent with a conjecture that the nucleus is in a state of simple rotation. (University of Maryland)

Mitte Dezember wird sich der periodisch umlaufende Wirtanen der Erde bis auf 30 Mondentfernungen annähern und unter Umständen sogar fürs unbewaffnete Auge in der Nähe der Plejaden sichtbar, aber kein Vergleich zu solch grossartig leuchtenden Vorbildern wie Hale-Bopp anno ´97 sein. Das schafft auch nicht das Kunstprojekt Orbital Reflector, welches just mit einer Falcon 9-Rakete in eine Umlaufbahn gebracht wurde und ähnlich hell wie die Sterne im Grossen Wagen (Bär) leuchten soll. Mal schauen.