Déjà-vu

Keine Atempause,
Geschichte wird gemacht.
Es geht voran!

Als mit englischen Bekannten kurz nach dem Mauerfall in Westberlin über die zukünftige Welt gehirnt wurde, tauchte allmählich der Gedanke auf, dass logischerweise mit dem Ende der Nachkriegszeit nun die Vorkriegszeit begonnen habe. Wie naiv – Zeit für Krieg ist immer. Allein seit 1990 Jugoslawien, Ruanda, Kosovo, Tschetschenien, Afghanistan, Irak, Jemen, Libyen, Syrien, Mali, Bergkarabach, Ukraine. Und das nur die Blue Chips.

Seit 1989 hat die Siegererzählung dominiert – die westliche Euphorie unterschätzte historische Analogien untergehender Imperien und geriet in eine Form struktureller Naivität. Wir müssen uns von der Vorstellung eines irreversiblen historischen Fortschritts verabschieden. Die glückliche Phase, in der wir Friedensdividende konsumiert haben, in der wir uns im Wesentlichen um Sozialpolitik und nicht Sicherheitspolitik gekümmert haben, geht zu Ende. Wir gehen in eine andere Zeit hinein, ob wir das wollen oder nicht.
(nach Herfried Münkeler im DLF)

Leider ist nicht damit zu rechnen, dass der unisono Sound vom Säbelrasseln alsbald wieder verhallt. Dass militärische Aufrüster beim momentanen Verteidigungsfuror den Ton angeben, ist für einen Drückeberger schon arg befremdlich. Make love, not war.

Fussnote [ Euro-Maidan und Fuck the EU ]

Himmelszeichen

Astrologische Rätselrunde schafft es zumindest in den Untertitel:

Zum Glück sind es immer noch Astronomen, die Kometen entdecken und beobachten. Astrologen sind oft in Kreuzberger Falafel-Buden zu finden, und haben im Frittierdunst metaphysische Erwartungen nebst spiritueller Erscheinungen. Jedenfalls ist der sich im «Todeskampf am Abendhimmel» befindende Komet ATLAS sehr bald  wieder zerbröselte Geschichte. Der neue kosmische Held am Frühjahrshimmel heisst nun zwar nicht Mahdi, sondern wissenschaftlich trocken C/2020 F8 SWAN, aber wäre so gerade noch mit unbewaffnetem Auge beobachtbar, falls er sich von unserer Sonne schön erwärmt nicht ins Nichts vaporisiert.