Stay Hungry. Stay Foolish.

No one wants to die. Even people who want to go to heaven don’t want to die to get there. And yet death is the destination we all share. No one has ever escaped it. And that is as it should be, because Death is very likely the single best invention of Life. It is Life’s change agent. It clears out the old to make way for the new. Right now the new is you, but someday not too long from now, you will gradually become the old and be cleared away. Sorry to be so dramatic, but it is quite true.

Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma — which is living with the results of other people’s thinking. Don’t let the noise of others’ opinions drown out your own inner voice. And most important, have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.

(Steve Jobs vor Stanford-Absolventen 2005, vollständiges Manuskript)

Phrasendreschen

Der gebürtige Schweizer Sprachwissenschaftlicher Simon Meier-Vieracker lehrt und forscht an der TU Dresden als Professor für angewandte Linguistik und untersucht «Kommunikation in digitalen, insbesondere sozialen Medien». Sein Spezialgebiet Sprache und Fussball beackert er via Text Mining aus Livetickern und Spielberichten und destilliert Phrasen, Floskeln und weitere sprachliche Auffälligkeiten. Keinesfalls Fussballfan entlarvt er mit sprachchirugischem Geschick das permanente Phrasendreschen in der Berichterstattung und prognostiziert zukünftig algorithmisch automatisierte Textroboter im Fussballumfeld.

Gib mich die Kirsche!

Volksmission

Die ursprünglich aus dem Kongo stammende Eglise Eternel est Bon wird von einer überaus stimmgewaltigen Frontfrau leidenschaftlich unterstützt:

Evangelisation der Migrationskirche GBG Samstags 15 Uhr Stauffacher

Auffällig hierbei: die Propagandisten mit dem dunkleren Teint bleiben völlig im Hintergrund. Betont zurückhaltend, fast im Kontrast zur lautstarken Mission, jedenfalls keineswegs offensiv offerieren sie ihre kleinen bunten Flyer mit Hinweisen auf ihre in Suburbia beheimatete Gemeinde. Ein Junge überreicht mir schüchtern eines der Pamphlete. Die lärmende Aktion dauert genau eine Stunde, nonstop wird den Passanten gepredigt, kaum jemand interessiert sich dafür, doch die eifrige Verkünderin bleibt verblüffend ausdauernd.

Genauso wie die in Schildkrötenformation aufgestellten Veganer nebenan. Diese verharren stoisch — auch dank ihrer Guy-Fawkes-Masken. Sie verdeutlichen bildhaft das Elend der Tiere mittels ihrer bereit gehaltenen Laptops. Schocktherapie. Als Satelliten tätige Aktivisten verteilen dazu Infomaterial und beantworten Fragen. Schliesslich kommt ein ganz in Scharz gewandeter und schier endlos erscheinender Bandwurm um die Ecke — eine Schweigedemo im Gänsemarsch, welche trauernd auf leider immer noch real existierende Sklaverei und Menschenhandel in der Welt hinweist. Der Zug ist lang und beeindruckt. Die enervierende Schreierei der furios auftretenden Konkurrenz wird glücklicherweise lautlos erstickt.

Jesus lebt.

Kümmerling

“I don’t care about your feelings.” Dieser Satz scheint mir entscheidend zum Verständnis des (selbstverständlich selbst verschuldeten) politischen Erdrutsches, der die USA erfasst hat und auch Europa, auch Deutschland droht.

Trump Berlin Greenpeace

Doch der Empörismus greift nicht (mehr). Er ist Ausdruck einer Leichtsinnigkeit derjenigen, die sich nach langen politischen Kämpfen auf einen zivilisierenden Konsens von Inklusion und Pluralismus verlassen können wollen, ja müssen. Nicht nur die Diffamierung von Affekten, sondern auch ihre Verabsolutierung betreibt nun den Verrat an der politischen Auseinandersetzung. Gerade in komplizierten Zeiten brauchen wir die Empathie für andere Positionen, aus der sich die argumentative Auseinandersetzung ergibt, notwendiger denn je.

(Paula-Irene Villa, Professorin für Soziologie und Gender Studies an der LMU München. Sie forscht und lehrt zu Biopolitik, Sozialtheorien, Care/Fürsorge, Popkultur.)

Je suis Jakob

fortschreitende räude

him hanfang war das wort
hund das wort war bei gott
hund gott war das wort
hund das wort hist fleisch geworden
hund hat hunter huns gewohnt

him hanflang war das wort
hund das wort war blei flott
hund flott war das wort
hund das wort hist fleisch gewlorden
hund hat hunter huns gewlohnt

schim schanflang war das wort
schund das wort war blei flott
schund flott war das wort
schund das wort schist fleisch gewlorden
schund schat schunter schuns gewlohnt

schim schanschlang schar das wort
schlund schasch wort schar schlei schlott
schund flott war das wort
schund schasch fort schist schleisch schleschlorden
schund schat schlunter schluns scheschlohnt

s———————–c——————–h
s———————–c——————–h
schllls—————–c——————–h
flottsch

—> [ernst jandl]