Problembär Ahoi

17. August 2018

Hier nun der abschliessende Teil der Bruno-Trilogie, diesmal direkt aus den Bergen knapp oberhalb der Baumgrenze, dort wo sich Murmeltier und Gämse Grüezi sagen und der kreisende Steinadler den Überblick behält. Natürlich fiel dem Hobbyschweizer sofort ein aufgelegter Prospekt im Naturparadies ins Auge, in welchem für die in Bälde anstehenden Innerschweizer Handmähmeisterschaften hingewiesen wird.

Handsensen

Selbst eingefleischter Handmäher nebst Spindel und Kleinsense scheint der Wettbewerbscharakter im bäuerlichen Universum auf einem völlig anderen sportiven Niveau zu liegen, als das kleinliche Nachbarn nerven mittels Motor in der Zwergensiedlung am Wochenende. Wobei, der jüngst verzogene Sepp drei Nachbarn weiter mähte tatsächlich mit der Sense und beim Leichenzug mit Sargwagen durchs Quartier gab der Zuggefährte wirklich Sensenkurse — ohne Quatsch jetzt. Die Wahrheit scheint wie immer auf dem Platz zu liegen, selbst mitten in der Stadt.

Aussicht Ybrig

Bestens angeschwitzt endlich am Grat angelangt (Steinadler, Murmeli und Gämse2 verbucht, gell Jochen!?), bot sich dem hochalpinen Wanderbären eine himmlische Aussicht über Berg und Tal, wofür man glatt eine Kerze anzünden könnte. Gab aber keine in der örtlichen Kapelle, was vielleicht am Feuerverbot liegen mochte. Immerhin hing der Alpsegen gerade.

Alpsegen

Eilends aber immer die Entgegenkommenden brav grüssend (Grüezini sind überall!) weiter zum Mittag und saurem Most, dann über einen Sattel mit Blick auf den wunderschön rosamarmorierten Mythen, Lac des Quatre-Cantons, Gletscher und Berge, Berge, Berge auf zum Sternen, geschwind vorbei am Wildä Maa und wilden Jungbullen hin zu der steril wirkenden künstlichen Zwergensiedlung; Kitsch as Kitsch can, hart an der Sauerstoffgrenze.

Dort wurde dann dem abtrünnigen Ex-Bierbären Bruno mittels Seilrutsche eine rasante Abreibung zu verpasst: für 50 Stutz 110 Sachen, das passt schon prächtig ins voll durchorchestrierte sommerliche Gäste-Konzept.

Wie dort wohl im Winter der Bär steppen wird, wenn die Pistenraupen losgelassen werden und Murmeli und Adler abtauchen müssen, weia…


Dachbodenfund

1. Mai 2018

Wespennest


Bierbärtortour

6. August 2017

 Bierbärtour, Softbär, Schwarzwald, Urlaub, 2017

Nachdem der Bierbär aus den Schweizer Kolonien für einen kurzen Zwischenstopp zurück in die weiter südlich gelegenen heimischen Gefilden kehrte, ist er zwischenzeitlich zum Softdrinkbär mutiert. Im Funkloch vom Schwarzen Wald, ganz hinten in einem Tal, welches ursprünglich die Rench lieblich in das Gelände schnitt, sagen sich Reh und Ziege, Pony und Katze, Hase und Kuh und Hinz und Kunz Gutenacht. Vorher wird aber tüchtig gefestet und das für den Hobbyschweizer zu auffallend zivilen Preisen: gute Wurst im Brötchen 200 Cent, Alpirsbacher im 04-Glas (ohne Pfand!) 250 — pas mal. Selbst die Bärenliebhaberin meinte um Mitternacht etwas von Schwips bemerken zu müssen. Aber das war auf dem Heimweg zum Forsthof, zuvor gab es einen Anton aus Tirol, der zumindest so Zeug mit seinem Trio verlautbarte und dank moderner Funktechnik auf Biertischen inmitten des Publikums animierend auftrat. Es wurde getanzt, mächtig geschunkelt, mitgesungen und dem Wetter getrotzt. Die scheinbare Unschuld des Landes war spürbar und der Kontrast zu Chez Ugly (© Joken) im Berliner Südosten flackerte kurz auf.

Funkbär, Anton aus Tirol, Schwarzwald

Anlass des Festaktes war eine Il­lu­mi­nie­rung des Kurortes mit angekündigtem Brillantfeuerwerk als Höhepunkt. Zuerst aber wurden abertausende Kerzen, die im Ort selbst, aber auch in den steil ansteigenden Hängen links und rechts der Rench verteilt gesteckt waren allesamt händisch entzündet und allerlei ulkige Motive traten aus der Dunkelheit hervor: hier ein paar Kirschen, dort ein Notenschlüssel, ein etwas verunfalltes Peace-Zeichen, viele Smileys, MMCVII und das vom Kind entdeckte Brandenburger Tor mit herziger Ersatz-Quadriga. Ach, das Berliner Herzland ist halt überall!

Über allem schimmerte sanft der fast volle Sommermond, der kaum an Höhe gewann. Dann ging es endlich los, und dem Kind klangen schnell die Ohren. Zwischendurch ging das Trottinett vergessen, die kurze kindliche Panik löste sich aber rasch wieder auf, als das rollende Teil wohlbehalten unter einer Festbank wartend wieder bestiegen werden konnte. Mit Stirnlampe wurde dem leicht beschwipsten Reiseleiter ins Urlaubsdomizil heimgeleuchtet und der war recht froh, dass es zur Begrüssung gleich so gründlich gekracht hatte.

Zickezackezickezacke.


Shit happens

15. Oktober 2016

from A to Z


Pfingstwunder

15. Mai 2016

Schwein, Iberisches Schwein, Tiersegnung, St. Jakob, St. Jakob Zürich, Tiersegnung 2016

Schwein gehabt — keine Sauereien im Parkett.


Delikat Essen LIX

3. Juni 2014

Grillschnecke, Uetliberg, Schnecken Essen

Hoffnungsschimmer für Nacktschneckengeplagte Kleingärtner


Lurchi lebt

14. April 2014

Feuersalamander, Lurchi, Feuermolch, Tattermandl

Lurchen in der Zwergensiedlung


Wildwechsel

17. Juli 2013

Nacktschnecke, Tigerschnegel, grosse Nacktschnecke, Bluttschnägg,

Obige Monsterschnecke war bereits die zweite ihrer Art welche ich nächtens im Familienbiotop aufspürte. Zur genauen Taxierung habe ich eine Franken-Münze beigelegt. Es sollen zwar noch grössere Nacktschnecken existieren, doch dieser enorme Tigerschnegel war mein bislang tollster Fund unter den wirbellosen Spezies. Übrigens sind diese Viecher Nützlinge; die (hunds-) gemeine spanische Wegschnecke steht beispielsweise ziemlich weit oben auf ihrer kulinarischen Wunschliste!

Nacktschnecke, Tigerschnegel, grosse Nacktschnecke, Bluttschnägg, Schneckenkrieg


Ruheraum

5. Oktober 2012

Leaves, hedgehog, Laubbläser, Igelstellung

Stilleben im herbstlichen Laubbläserkonzert.


Ein Platz für Tiere

21. August 2012

In Zürich ist die soziale Kontrolle für Hündler glücklicherweise derart streng, dass selbst Kleinkinder kaum in Hundekacke fallen. Jenen Zwang zur Tüte wünschte ich mir auch für die munter umher streunenden Hauskatzen im Familienbiotop. Diese Viecher koten und pissen riechbar laut und völlig ungeniert in der Vorgartenbotanik. Vermutlich gibt es bei der Pflegefamilie zwar Dosenfutter satt, hingegen kein Katzenklo mehr. Mittlerweile sind die Tiere soweit degeneriert, dass sie freilaufend ihre Hinterlassenschaften erst gar nicht mehr verscharren.

Bevor ich mich nun mit einer Loveparade-Wasserpumpgun auf die Lauer lege und hier vollends lächerlich mache, habe ich als Sofort-Massnahme im Garten einen ziemlich deutlichen Warnhinweis angebracht:

Verpiss Dich!,Verpiss-dich-Pflanze

Wirkt Wunder: lediglich einmal Katzendreck innnert zweier Wochen!
(Und der wurde postwendend in Frauchens Garten zurück geschaufelt…)

In der Siedlung kommen auf einen Hund locker zweieinhalb Katzen und unter dieser Anomalie leidet nicht nur der Hobbyschweizer, sondern auch seine neuste Freundin, die nützliche Blindschleiche. Zumindest zwei. Erstere konnte sich — nur leicht verwundet — vorläufig noch ins Gebüsch retten. Von der zweiten wurde unter Zuhilfenahme einer Sollbruchstelle in höchster Not rasch das zur Ablenkung vorgesehene Schwanzstück Blindschleiche, Schwanzstück Blindschleiche, abgestossenes Schwanzstück BlindschleicheBlindschleiche, Schwanzstück Blindschleiche, abgestossenes Schwanzstück Blindschleiche abgeworfen, welches sich zu meinem grossen Erstaunen minutenlang (!) weiter schlängelnd fortbewegte. Als die Katze im blutrünstigen Spielrausch aber dann noch etwas mehr vom verbliebenen grösseren Teilstück abbiss, hatte die nun arg verkürzte Echse verständlicherweise keine besondere Lust mehr, ihrer fortschreitenden Zerstücklung weiterhin live beizuwohnen.

Zweifelsohne schade um die hübschen Schleichen, stehen sie doch in vorderster Front im gemeinsamen Kampf gegen die Vorherrschaft der Nacktschnecken, vor allem gegen die besonders verfressene Spanische Wegschnecke. Wie zum Trost wurde nach einer der täglichen Chefvisiten neulich ein bislang noch unbekanntes Häufchen auf dem Rasen eindeutig als Igel-Losung identifiziert. Das Stacheltier hat Schnecken ebenfalls zum Fressen gern und ist gegen Hauskatzen weitgehend immun – hurra!

Und vielleicht kommt ja auch mal ein Neumann Marder zu Besuch…


Fischfutter

8. März 2012

«Es war irgendwie knabberig. Ich habe gekichert ohne Ende, aber nicht weil es so kitzelig war, sondern nur wegen dem Gefühl in meinem Kopf.»


Frechdachs

19. Februar 2012


Rätselwild

6. April 2011

La mutation des atomes japonaise


Artgerecht

31. März 2011

Eisbær, Eisbær.
Kaltes Eis, kaltes Eis.
Eisbær.

Eisbær, oh Eisbær.

Ich möchte ein Eisbær sein
Im kalten Polar.
Dann müsste ich nicht mehr schrei´n
Alles wär so klar.

Eisbæren müssen —
Nie weinen.


Witzlos

22. Januar 2010

Übrinx von spreeblick.com angestiftet und flugs hier geklaut.

Kein Witz ist leider jenes Euronengrab, welches mittlerweile etwas Grabpflege erfuhr aber bei Erscheinen dieses Blog-Eintrages (dank Google-Cache) ungefähr so aussah:

"Buchstabebasis" - hach!

Immerhin haben sich 14 Deppenexperten gefunden, um Grabbeigaben beizulegen…


Schurkenstaat

23. Oktober 2008

In den Eidgenössischen Medien köchelten die Wellen mächtig hoch aufgrund von Äußerungen des bundesdeutschen Finanzministers, welcher die “Steueroase Schweiz” an den Pranger gestellt wissen möchte.

Steinbrück hatte auf einer OECD-Konferenz in Paris dafür plädiert, die Schweiz auf die Schwarze Liste jener Länder zu setzen, die Steuerbetrug förderten. Laut dieser Liste würde sich die Achse der fiskalischen Bösen von Andorra, Monaco und Liechtenstein um eben die Eidgenossenschaft erweitern. Steinbrück drohte undiplomatisch: “Wir müssen nicht nur das Zuckerbrot benutzen, sondern auch die Peitsche.” Der deutsche Botschafter wurde daraufhin ins Außenministerium in Bern einbestellt, um das Missfallen der Schweizer Regierung über Steinbrücks Äußerungen deutlich zu machen.

Im hiesigen Fernsehen wurden zwei deutschstämmige Einwanderer vorgeführt, die gerade Kurse für Schwyzerdütsch besuchten (!) und Aussagen machten, mit denen sie der vom großen Kanton gerade etwas lädierten Schweizer Volksseele anerkennend beistanden. Gelungene Propaganda: Deutsche Arbeitsflüchtlinge kritisieren die hohen Steuern in ihrem Heimatland, stellen die Bundesrepublik gar als Steuer-Gefängnis dar und lobpreisen das steuerliche Paradies in der gastlichen Konföderation.

Im selben Beitrag prophezeite die Schweizer Außenministerin die Verstärkung antideutscher Ressentiments. Dass der Deutsche allzu gerne seine bisweilen unverschämt großen Klappe aufreisst, wird hier eben überhaupt nicht gerne gehört und das Wort von der “Peitsche” als Bedrohung der Souveränität aufgenommen.

Andererseits scheint man in der Schweiz die Folgen globaler fiskalischer Interaktion weiterhin ungeniert für sich zu nutzen wollen. Aufgrund der exklusiven Insellage erzeugt man einen gewissen monetären Unterdruck, durch welchen ein steter Kapitalzufluss von außen gewährleistet wird. Die geschickt ausgeübte Neutralitätspolitik der Schweiz unterstützt dies in passender Weise administrativ. Dass dadurch die steuerliche Belastung der Eidgenossen im internationalen Vergleich eher gemindert wird scheint mir auf der Hand zu liegen, denn wenn trotz niedriger Steuerbelastung zwei, drei Millionarios in einer Gemeinde gemeldet sind, profitieren eben alle davon. Und hierzulande gibt es eine richtiggehende  Konkurrenzsituation zwischen den verschiedenen Kantonen um die ertragreichsten Kühe – der Nachbarkanton bietet einfach einen niederen Steuersatz an und schon zieht das Kapital eben dorthin um. Die wirklich fette Kühe schliesslich bezahlen den Steuersatz erst gar nicht, sondern einigen sich auf pauschale Zahlungen.

Die Lobbyisten vom Forum Finanzplatz Schweiz machen deutlich: “Der Schweizer Finanzplatz ist aufgrund seiner Wirtschaftskraft von herausragender Bedeutung für unsere Volkswirtschaft. Es ist wichtig, dass der Schweizer Finanzplatz auch in Zukunft stark und leistungsfähig bleibt. Die Voraussetzung dafür sind gute Rahmenbedingungen – dazu gehört auch der Schutz der Privatsphäre.”

Aus einem Klassiker (aber nicht VOM Klassiker selbst):

“Kapital flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.”

T. J. Dunning zitiert von Karl Marx in Das Kapital Bd. 1 S. 788, MEW 23, Berlin 1962

Manche meinen ja, das Kapital sei ein scheues Reh und ein geiler Bock. Ich sage: auch das Reh kommt in den Topf.


Die lustige Jagdgesellschaft

21. Oktober 2008

traf sich in einem werkstattmässigen Atelier in unmittelbarer Nähe von Bahngleisen und Zügen in einem Zürcher Industriegebiet. Der Festsaal selbst war ausgestattet mit dezent geschmückten Biertischen und die anbeigestellten Bänke besetzten um die 40 munter angeregte Gäste. Aus den Lautsprechern erquoll diverse Jagd- und Marschmusik, welche durch unregelmässigen Büchsenknall akzentuiert wurde. Denn direkt neben dem Speisesaal befand sich ein selbstgezimmerter Hochstand- bzw. sitz, von welchem aus das Schiessen auf die laufende Scheibe mit Kleinkalibergewehren ausgeübt werden konnte. An einer Wand hingen buntscheckig gemusterte Wildkatzenfelle, irgendwo stand ein ausgestopftes Murmeltier herum und das Personal an der Essensausgabe war zudem recht waidmännisch getrachtet.
Diese skurrile Atmosphäre mit leicht folkloristischer Färbung in einer eher technisch ausgerichteten Umgebung wirkte angenehm selbstironisch und bot zugleich der offensichtlich anwesenden Begeisterung für Schweizer Brauchtum im Herbst eine dezent inszenierte Bühne.
Ein gelungener lukullischer Kunschtgenuss, zumal sich das dargebotene Wild – bestehend aus Gämse und Murmeltier, während einer ganzen Woche in Geheimlake gebeizt und anschliessend deftig lecker zubereitet – mit Rotkohl, Spätzle und Maronen allerherbstlich vertrug. Den glorreichen Abschluss bildete zuckergepudeter Schokoladenkuchen.
Die Schützen auf dem Schiesstand durften sich einen Jägerkleister kippen sobald sie das Murmeli, die am schwersten zu treffende Scheibe umlegten und mir wurde staunend bewusst: der Schweizer schiesst recht zielstrebig!

So wie die Gams gerade in mir murmelt hätte ich und sie den ein oder andren Schnaps ebenfalls gut vertragen können. Wahrscheinlich hätte ich mir dann aber ins Bein geschossen.